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Erdogan versendet SMS an alle Türken

Aufruf zum Widerstand

Erdogan versendet SMS an alle Türken

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Donnerstag in der Moschee des Präsidentenpalasts persönlich zum Morgengebet gerufen. Zugleich forderte der Präsident am Tag nach der Ausrufung des Ausnahmezustands in einer an sämtliche Handys des Landes versandten Kurzmitteilung die Türken auf, sich weiter auf der Straße den "Terroristen" entgegenzustellen.

"Die Besitzer der Plätze sind nicht die Panzer. Die Besitzer sind die Nation", schrieb er in der mit "RTErdogan" gezeichneten SMS. Erdogan hatte in der Nacht auf Samstag während des Putschversuchs von Teilen des Militärs im Fernsehen die Türken aufgerufen, sich auf öffentlichen Plätzen den Putschisten entgegenzustellen. Seine Anhänger waren zu Tausenden dem Appell gefolgt und hatten damit wesentlich dazu beigetragen, dass der Putschversuch scheiterte. Auch in Österreich gingen tausende türkischstämmige Personen auf die Straße. Der Protest, bei denen nationalistische Parolen gerufen wurden und bei denen in einem kurdischen Restaurant randaliert wurde, löste heftige Kritik in der heimischen Politik aus.

Video zum Thema Erdogan verhängt Ausnahmezustand
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Erdogan macht Gülen verantwortlich
Erdogan macht seinen Rivalen, den islamischen Prediger Fethullah Gülen, für den versuchten Umsturz verantwortlich. In der Folge wurden tausende Soldaten, Polizisten und Beamte unter dem Verdacht festgenommen, an dem Putschversuch beteiligt gewesen zu sein. Zehntausende weitere Staatsbedienstete, darunter Richter, Staatsanwälte, Hochschuldozenten und Lehrer wurden entlassen oder versetzt.

Das Militär sieht sich traditionell als Hüter des säkularen Charakters der Republik. Die Kemalisten sind seit der Übernahme der Regierung durch die islamisch-konservative AK-Partei Erdogans im Jahr 2002 besorgt, dass die seit der Gründung der modernen Türkei geltende Trennung von Religion und Politik aufgeweicht wird. Für weitere Besorgnis sorgt der zunehmend autoritäre Kurs des Präsidenten, der Kritikern auch in der EU zufolge den demokratischen Charakter des Staates untergräbt.
 

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