Geister-Jet vor Australien gefunden?

Perth

Geister-Jet vor Australien gefunden?

Das Drama um die seit fast zwei Wochen verschollene Malaysia-Airlines-Boeing fesselt die Welt. Jetzt gibt es erstmals Hoffnung: Australien veröffentlichte Satellitenbilder, die zwei mögliche Wrackteile im südlichen Indischen Ozean zeigen. Ein Teil ist 24 Meter lang, das zweite fünf.

Die Fundstelle liegt 2.300 Kilometer südwestlich von Perth. Premier Tony Abbott nannte die Sichtung „glaubwürdig und potenziell wichtig“. Was für diese Theorie spricht: Die Wrackteile treiben entlang einer Route, die aufgrund eines letzten Signals der Boeing 777-200E (am 8. März um 8.11 Uhr an einen Inmarsat-Satelliten) errechnet wurde. Der Jet drehte bei der weiterhin mysteriösen Kursänderung zuerst nach Westen, dann in der Straße von Malakka offenbar nach Süden. Die Theorie: Die Maschine flog fast sechs Stunden lang in Richtung Südpol. Dann ging das Kerosin endgültig aus.

Norwegisches Schiff nahm Kurs auf das Suchgebiet
Neue Daten der US-Behörde NTSB scheinen den Kurs zu bestätigen: Australier und Amerikaner durchkämmen deshalb eine neue, mit 350.000 Quadratkilometern weitaus kleinere Suchzone. Dort wurden auf den Satellitenbildern auch die Trümmer geortet. ABC zitierte ein Crew-Mitglied des Suchflugzeugs Navy P-8 Poseidon: „Dort unten sehe ich etwas …“

Das norwegische Autotransportschiff Höegh St. Petersburg, das am Weg von Madagaskar nach Australien war, machte sich als Erstes auf den Weg. Auch das australische Kriegsschiff HMAS Success nahm sofort Kurs auf das neue Suchgebiet.
Stürzte die Maschine mit 239 Menschen an Bord wirklich dort ab, wird die Suche nach den Flugschreibern zur „Mission Impossible“: Das Meer ist bis 5.000 Meter tief. Wegen der starken Meeresströmung muss die mögliche Position der Trümmer mühsam errechnet werden.

Völlig unbeantwortet bleibt weiter die wichtigste Frage: Wer brachte den Jet derart vom Kurs ab – und warum?

Niki Lauda: ›Es wird immer dubioser‹
ÖSTERREICH: Angeblich sollen Wrackteile des Flugs MH370 rund 2.500 Kilometer südwestlich der australischen Stadt Perth gefunden worden sein. Was sagen Sie dazu?
Niki Lauda: Ehrlich gesagt: Es wird immer dubioser. Zuerst muss aber einmal abgewartet werden, ob das wirklich Wrackteile von diesem Flugzeug sind oder die Satellitenbilder vielleicht Hinweise auf etwas anderes gegeben haben. Die Behörden sind sich immer noch nicht sicher. Theoretisch könnten das auch Teile eines Containers sein.

ÖSTERREICH:
Würde der Fundort Australien zur Theorie des Kurswechsels passen?
Niki Lauda: Das kann keiner sagen. Niemand weiß, wie viel Sprit der Flieger noch 
hatte.

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