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"Mein Chaos-Tag in Athen"

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Steine fliegen auf Polizisten, Molotow-Cocktails explodieren, Sonnenschirme gehen in Flammen auf, Tränengas überall.

Athen gestern Nachmittag. Die Innenstadt kocht.
Zehntausende Demonstranten belagern den Syntagma-Platz vor dem Athener Parlament. Manche recken Spruchbänder in die Höhe. Andere beschimpfen griechische Politiker als Diebe oder toben gegen die Profitgier der Banken. Sogar ein Galgen ist aufgebaut. „Hängt einige Banker“ hat jemand auf ein Auto gesprayt.

„Wir kämpfen für unser Recht“, schreien die Demonstranten. Sie sind professionell ausgerüstet, manche sind vermummt, alle setzen ihre Gasmasken auf. Es ist der verzweifelte Kampf der Griechen gegen das Sparpaket.

Im Parlament debattieren sie das Sparpaket ...
Während die 300 griechischen Abgeordneten im Parlament die 78-Milliarden-Sparmaßnahmen diskutieren, hat sich die Bevölkerung längst zum offenen Kampf gegen die Regierung formiert: „Wir werden das nicht hinnehmen“, schreien Vermummte. Ihre Aggressivität zeigt, wird geballt der Frust der Menschen bereits ist.

„80 Prozent der Griechen wollen das Sparpaket nicht“, schreit Satiris Stefanopulos , (49), ein Ex-Journalist. Neben ihm schleudert ein Vermummter eine Brandbombe gegen einen verbarrikadierten Kiosk. Die Polizei antwortet mit Tränengas­hagel. In Sekunden ist der ganze Platz in eine graue Wolke gehüllt. Ich atme das Gas ein, spüre den sauren Geschmack. Die Lungen brennen, die Augen tränen, die Nase rinnt. Für Minuten sehe ich nichts mehr.

Es ist, als würde mein Hals anschwellen, ich ringe nach Luft: „Nicht tief einatmen“, schreit ein Mann. Eine Frau sprüht mir aus ­einer weißen Flasche eine Flüssigkeit ins Gesicht. Es ist Melox, ein Medikament, das innerhalb weniger Minuten die Wirkung von Tränengas neutralisiert, die Lungen wieder frei macht. Es wirkt gut, doch es hinterlässt weiße Spuren im Gesicht und auf der Kleidung, man sieht aus, als wäre man mit Kreidewasser abgespritzt worden.

... vor der Tür prügeln sich Demonstranten und Polizei
Allesandro Valasamidou (26) verschanzt sich hinter einem Kiosk, er brüllt in Richtung Parlament: „Ihr habt uns um unsere Zukunft betrogen, wir lassen uns das nicht mehr gefallen.“ Ein anderer schreit: „Im Parlament beschließen sie, was Europa will, das werden wir verhindern.“

16 Prozent sind in Griechenland arbeitslos. Jeder zweite Jugendliche hat keinen Job. „Die Reichen haben ihr Geld längst ins Ausland gebracht“, toben viele. Alle Gewerkschaften haben zum Streik aufgerufen: Busse und Bahnen bleiben für 48 Stunden in den Depots, Schulen sind geschlossen, auch die meisten Geschäfte. Die Einkaufsstraßen im Stadtzentrum wirken wie ausgestorben: „Ich weiß, wir schaden dem Tourismus“, sagt Aleka, eine Studentin: „Aber wenn wir jetzt nicht auf die Straße gehen, haben wir nie mehr eine Chance.“

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