Idomeni: So leiden die Kinder

Grenz-Camp

Idomeni: So leiden die Kinder

Heftiger Regen machte aus der Zeltstadt an der griechisch-mazedonischen Grenze in der Nacht zum Dienstag ein Schlammloch: Mit bloßen Händen versuchten die Flüchtlinge, das Wasser aus ihren kleinen Zelten zu leiten.

VIDEO: Flüchtlinge in Idomeni extrem enttäuscht von EU und verzweifelt um eigene Zukunft

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Nachlesen: Balkanroute ist faktisch dicht

Heftig
Die Kleider ihrer Kinder wurden am Stacheldrahtzaun zum Trocknen aufgehängt: „Die Lage ist dramatisch“, beschreibt Bild-Herausgeber Kai Diekmann im ÖSTERREICH-Gespräch die Lage in Idomeni (siehe Interview). Diekmann reiste mit seinem Reporter Paul Ronzheimer an die Grenze: „15.000 Menschen harren hier bei Tag und Nacht im Dreck aus.“ Flüchtlinge sitzen im Matsch. Kinder schlafen in feuchten Pappkartons und Minizelten, Babys werden mit Regenwasser gewaschen. Um das Camp ein Ring aus Fäkalien.

Anspannung. Am Dienstag wurde das Wetter zwar besser, die Situation blieb aber unverändert angespannt. Schließlich brachte der EU-Gipfel keine Lösung, die Grenze bleibt dicht.Karl Wendl

„Drama mitten in Europa“

ÖSTERREICH: Wie ist die Lage in Idomeni?

Kai Diekmann: Wenn ich es nicht mit meinen eigenen Augen sehen würde, hätte ich mir ein solches Drama mitten in Europa nicht vorstellen können. 15.000 Menschen harren im Dreck an der Grenze zu Mazedonien aus. Sie sitzen vor Grenz­anlagen, die einem sehr bekannt vorkommen. In der Nacht auf Dienstag hat es geschüttet, das war heftig. Die Zelte, der Schlamm, die vielen Frauen und Kinder. Heute ist zum Glück die Sonne durchgekommen und es ist wieder wärmer, aber das ändert nichts an der dramatischen Situation. Überraschend viele im Camp sind Frauen und kleine Kinder, ich schätze, es sind allein 4.000 Kinder.

ÖSTERREICH: Österreich ist für die Grenzschließung in Mazedonien mitverantwortlich …

Diekmann: Europa ist dafür verantwortlich. Man muss sich das vorstellen – Mazedonien, ein Nicht-EU-Staat, muss Europa und Schengen beschützen. Das ist für mich nicht mehr nachvollziehbar.

Karl Wendl

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