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52 Tote bei Blutbad im Jemen

Anschlag

52 Tote bei Blutbad im Jemen

Im Jemen haben Terroristen bei einem Selbstmordanschlag 52 Menschen getötet, darunter auch zwei deutsche Entwicklungshelfer. Der Angriff galt am Donnerstag dem Verteidigungsministerium in Sanaa. Bei den getöteten Deutschen handle es sich um zwei Experten der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Auch ein einheimischer GIZ-Mitarbeiter sei tot, so Außenminister Guido Westerwelle.

Identität unklar
Die Identität der Angreifer war unklar. Al-Kaida-Terroristen hatten in der Vergangenheit mehrfach vergeblich versucht, Verteidigungsminister Mohammed Nasser Ahmed zu töten. Jemens Regierung bekämpft gemeinsam mit den USA die Terrorgruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP).

Bei dem Anschlag vom Donnerstag sprengte sich ein Angreifer am Eingang eines Gebäudes des Verteidigungsministeriums im Stadtzentrum in die Luft. Anschließend stürmten nach Angaben von Augenzeugen und lokalen Medien rund zwei Dutzend bewaffnete Männer das Gelände, auf dem auch ein Militärkrankenhaus liegt.

Es folgte ein mehrstündiges Gefecht zwischen Soldaten und den Angreifern, die sich in drei Gebäuden verschanzten. Unter den Toten sollen 20 Angreifer sowie mindestens fünf Krankenhausmitarbeiter sein, berichteten Helfer.

Rund 100 Verletzte
Ein Sanitäter sprach in Sanaa von insgesamt rund 100 Verletzten. Das Gesundheitsministerium in Sanaa rief zu Blutspenden auf. Über Opfer unter den Soldaten machte das Verteidigungsministerium zunächst keine Angaben. Lokale Medien meldeten unter Berufung auf Krankenhausärzte, die Angreifer hätten in einem Operationssaal des Al-Awadi-Militärkrankenhauses zwei jemenitische Ärzte, ihren Patienten - einen bekannten Richter - und dessen Ehefrau erschossen. Auch drei Krankenschwestern seien von den Eindringlingen getötet worden. Die Frauen stammen nach Informationen des Nachrichtenportals "News Yemen" aus Indien, Venezuela und von den Philippinen.

Der getötete Richter war von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi als Berater für den nationalen Dialog ausgewählt worden, der Oppositionelle und Angehörige des Regimes von Ex-Präsident Ali Abdullah Salih versöhnen soll. Die Separatisten aus dem Süden des Landes hatten sich kürzlich aus diesem Forum zurückgezogen.

Angreifer in Uniform
Dass sich die Angreifer überhaupt den Weg zum Ministerium freisprengen konnten, lag wohl auch daran, dass einige von ihnen Uniformen der jemenitischen Armee trugen. Außerdem soll die Lage am westlichen Eingang zu dem Gelände wegen Bauarbeiten unübersichtlich gewesen sein. Aus dem Ministerium hieß es am Mittag, die meisten der Angreifer seien getötet worden. Die Lage auf dem Gelände sei wieder unter Kontrolle. Zwei Extremisten hätten fliehen können, verlautete aus Sicherheitskreisen. Unter den getöteten Mitarbeitern des Verteidigungsministeriums soll auch ein Verwandter von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi sein. Präsident Hadi besuchte das Ministerium am Nachmittag.

Verteidigungsminister Nasser hielt sich am Donnerstag zu einem Besuch in den USA auf. Die US-Armee hatte im Jemen in den vergangenen Jahren mehrfach mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen mit Kampfdrohnen getötet.

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