22. Jänner 2012 08:40
Der Kapitän des vor einer Woche vor der Küste der Toskana verunglückten Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia", Francesco Schettino, will nicht als einziger die Verantwortung für das Unlgück übernehmen und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Reederei Costa Crociere. Die Kreuzfahrtgesellschaft sei informiert worden, dass er ein als "die Verneigung" bezeichnetes Manöver vor der toskanischen Insel Giglio durchführen habe wollen, bei dem das Schiff mit voller Beleuchtung und Sirenen die Küstenbewohner grüßt. Die "Verneigung" werde von Kreuzfahrtschiffen auf der ganzen Welt durchgeführt und sei eine Art von Werbung für die betroffene Gegend, berichtete Schettino in Aussagen vor den ermittelnden toskanischen Staatsanwälten.
Der Kapitän: Er sitzt nun in U-Haft
© AP
Schwere Vorwürfe gegen den Schiffs-Kapitän
Der Kapitän sitzt seit Samstag in Untersuchungshaft.
© AP
Schwere Vorwürfe gegen den Schiffs-Kapitän
Francesco Schettino droht unter anderem ein Verfahren wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung.
© AP
Schwere Vorwürfe gegen den Schiffs-Kapitän
Medienberichten zufolge soll der Kapitän mehrfach von der Küstenwache aufgefordert worden sein, wieder an Bord zu gehen, um die Evakuierung seines Schiffes zu koordinieren.
© AP
Schwere Vorwürfe gegen den Schiffs-Kapitän
Dies habe er jedoch nicht getan. Auch einen "SOS"-Ruf soll es nicht gegeben haben.
© Reuters
Schwere Vorwürfe gegen den Schiffs-Kapitän
24 Stunden nach dem Unglück wurde dieses Paar gerettet...
© Reuters
Schwere Vorwürfe gegen den Schiffs-Kapitän
...es befand sich auf ihren Flitterwochen auf dem Luxus-Liner.
© Reuters
Schwere Vorwürfe gegen den Schiffs-Kapitän
Noch immer werden 16 Passagiere vermisst.
© Reuters
flitter_ap4.jpg
Unklar ist, ob auch sie eine glückliche Rettung erfahren können wie diese Dame.
© Reuters
Schwere Vorwürfe gegen den Schiffs-Kapitän
Das Schiff jedenfalls droht zu sinken.
Costa Crociere hatte bisher bestritten, dass Schettino die Gesellschaft über Pläne informiert habe, die "Verneigung" durchzuführen. Ein einziges Mal im Jahr 2010 sei einem Costa-Kreuzfahrtschiff vor der süditalienischen Insel Procida dieses Manöver genehmigt worden.
Die Kreuzfahrtgesellschaft hatte angegeben, Schettino habe gegenüber der Reederei die Lage an Bord heruntergespielt. "Er hat uns belogen", hatte der Geschäftsführer von Costa Crociere, Pierluigi Foschi, erklärt. Schettino erwiderte, dass er nach der Havarie sofort mit dem Krisenmanager der Kreuzfahrtgesellschaft telefoniert habe, dem er Schritt für Schritt die Entwicklungen an Bord beschrieben habe. Schettino bestritt auch, dass er nach dem Schiffbruch flüchten wollte. "Ich habe das Schiff nicht verlassen. Ich habe von einem Felsen aus die Evakuierungsaktion koordiniert. Ich war an meiner Uniform klar erkennbar", sagte er den Staatsanwälten.
Concordia: Unterwasser-Fotos des Wracks
© APA
Taucher suchen im Wrack nach Vermissten
Schweres menschliches Versagen seitens des Kapitäns könnte nach Angaben des Eigners der "Costa Concordia" zur Havarie des Kreuzfahrtschiffes geführt haben.
© APA
Taucher suchen im Wrack nach Vermissten
"Es scheint, dass der Kommandant Beurteilungsfehler gemacht hat, die schwerste Folgen gehabt haben", teilte die in Genua ansässige Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere mit.
© APA
Taucher suchen im Wrack nach Vermissten
Sie ging damit auf Distanz zu Kapitän Francesco Schettino, der das Schiff mit mehr als 4.200 Menschen an Bord am Freitagabend zu dicht an die Insel Giglio vor der toskanischen Küste gesteuert haben soll, wo es auf einen Felsen lief und leckschlug.
© APA
Taucher suchen im Wrack nach Vermissten
Bergungsmannschaften setzten unterdessen am Montag in der Früh die Suche nach den noch vermissten Passagieren und Besatzungsmitgliedern fort.
© APA
Taucher suchen im Wrack nach Vermissten
Mehr als zwei Tage nach dem Kentern des Schiffes wurden immer noch 15 Menschen vermisst.
© AP
Taucher suchen im Wrack nach Vermissten
Unterdessen wurde auch mit den Vorbereitungen für ein Leerpumpen der Öltanks der "Costa Concordia" begonnen.
© Reuters
Taucher suchen im Wrack nach Vermissten
Die niederländische Bergungsfirma Smit sei vom Eigner und dem Versicherer des Kreuzfahrtschiffs mit den Pumparbeiten beauftragt worden.
© Reuters
Taucher suchen im Wrack nach Vermissten
Der Kapitän sitzt seit Samstag in Untersuchungshaft.
© AP
Taucher suchen im Wrack nach Vermissten
Es sehe so aus, als seien die Entscheidungen des Kapitäns in der Notsituation nicht den üblichen Regeln von Costa Crociere gefolgt, erklärte die Reederei.
© APA
Taucher suchen im Wrack nach Vermissten
Zugleich wurde der Vorwurf einiger Passagiere zurückgewiesen, dass bei der Evakuierung in der Nacht auf Samstag nicht genügend Schwimmwesten zur Verfügung gestanden hätten. An Bord hatten sich auch 77 Österreicher befunden, die alle unverletzt davonkamen.
© APA
Taucher suchen im Wrack nach Vermissten
Dem Kapitän droht unter anderem ein Verfahren wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung. Berichten zufolge soll er das Schiff so dicht an die Insel herangesteuert haben, um Touristen im Hafen mit dem Signalhorn grüßen zu können.
© APA
Taucher suchen im Wrack nach Vermissten
Die Kreuzfahrtgesellschaft ging in ihrer Erklärung nicht weiter auf die Vorwürfe ein.
© APA
Taucher suchen im Wrack nach Vermissten
Einzelheiten zum Hergang des Unglücks erhofft man sich von der Auswertung der Blackbox des Schiffes, die ähnlich wie in Flugzeugen Kommunikation auf der Brücke und Steuerbefehle aufzeichnet.
Bei dem Manöver vor der Insel Giglio sei etwas schief gelaufen, gab Schettino zu. "Das Manöver war schon beim Start in Civitavecchia beschlossen worden, doch ich habe einen Fehler gemacht. Ich kenne die Strecke gut und ich hatte das Manöver schon drei- oder viermal vollführt. Diesmal bin ich in zu seichtes Wasser geraten. Ich weiß nicht, warum das passiert ist", sagte Schettino den Ermittlern.
Wichtige Informationen über die Ereignisse nach der Havarie könnte die Blackbox der "Costa Concordia" liefern, doch Schettino gab an, dass sie schon zwei Wochen vor der Havarie nicht funktionierte. "Wir hatten gebeten, sie zu reparieren, doch es ist nicht geschehen", so Schettino. Es gebe jedenfalls einen weiteren "Voyage Data Recorder", der Aufschluss darüber geben könnte, was der Kapitän zum Zeitpunkt der Havarie tat.
Schiffs-Havarie: Die Fotos aus dem All
© Reuters
Spektakuläre Aufnahmen zeigen die "Costa Concordia"
Regungslos liegt der Luxus-Liner im Mittelmeer.
© Reuters
Spektakuläre Aufnahmen zeigen die "Costa Concordia"
11 Menschen starben bislang, so die offizielle Zahl. Doch es gibt immer noch Vermisste.
© Reuters
Spektakuläre Aufnahmen zeigen die "Costa Concordia"
Die Zahl der Toten könnte noch steigen.
© AP
Die Insel "Giglio" vor Italien
Der Kapitän des Kreuzfahrtschiffs hielt bei einem riskanten Manöver zu kurzen Abstand zum Ufer.
© Reuters
Der Felsen "Le Scole"
Dieser Fels wurde dem Luxus-Liner zum Verhängnis.
© APA
"Costa Concordia" auf Schlagseite
Das Foto wurde kurz nach dem Zusammenstoß mit dem Felsen von der Küstenwache gemacht.
© AP
Der havarierte Luxus-Liner
So liegt die Costa Concordia nun im Meer. Noch immer gibt es Vermisste.
© APA
Hier retten sich die Passagiere
Die Küstenwache machte diese spektakulären Aufnahmen der Rettung der tausenden Passagiere.
© APA
Hier retten sich die Passagiere
Die Küstenwache machte diese spektakulären Aufnahmen der Rettung der tausenden Passagiere.
© APA
´Hier retten sich die Passagiere
Die Küstenwache machte diese spektakulären Aufnahmen der Rettung der tausenden Passagiere.
Inzwischen ist die Suche nach den Vermissten
im Wrack am Sonntag in der Früh vorübergehend gestoppt worden. Die Taucher wurden angewiesen, das halb untergangene Schiff zu verlassen, nachdem festgestellt worden war, dass sich die "Costa Concordia" erneut bewegt hatte. Wann die Bergungsarbeiten und die Suche nach den mehr als 20 Vermissten des Unglücks vom 13. Jänner fortgesetzt werden, stand noch nicht fest.
Das hat er aber aufgrund der bisher vorliegenden Fakten weder auf dem Schiff noch auf seinem imaginären Felsen getan!
Du scheinst auch zu vergessen, dass er "zufällig" in ein Rettungsboot "stürzte", in welchem "zufällig" bereits sein 2. und 3. Offizier Platz genommen hatten ;-)
Schließlich gibt es noch die mehr als eindeutigen Telefonate zwischen ihm und Gregorio De Falco, einem Mitarbeiter der Hafenbehörde in Livorno!
Wenn er an Land mehr Übersicht, Möglichkeiten oder Mittel hat, die Evakuierung zu beaufsichtigen und Entscheidungen zu treffen, so soll er es doch tun.
Technische Aufgaben auf einer 40° schiefliegenden Kommandobrücke, deren Systeme wahrscheinlich ohnehin nicht mehr funktionieren, wahrzunehmen erscheint bestenfalls sinnlos.
Die einzige Frage, die wirklich relevant sein dürfte ist wohl, warum das Schiff zu nahe ans Ufer gekommen ist. Wo der Kapitän NACH dem Unglück seine Arbeit getan hat, ist dagegen wohl mehr als irrelevant.
Von dem ganzen mal abgesehen wird er ohnehin seine gerechte Strafe von der Justiz erhalten, da es mehr als genug Zeugen für alles gibt.
Dieser "Kapitän" gehört in eine geschlossene Anstalt!