Kurden rücken auf Aleppo vor

Syrien

Kurden rücken auf Aleppo vor

Die Kämpfe nahe der syrischen Metropole Aleppo gehen weiter und führen zu einer Verschärfung der Konfrontation zwischen der Türkei, kurdischen Milizen und Russland. Der türkische Premier Ahmet Davutoglu drohte am Montag mit der "härtesten Reaktion", sollten kurdische Kämpfer der YPG-Miliz die Stadt Azaz nördlich von Aleppo einnehmen.

19 Tote
Davutoglu und Aktivisten der oppositionsnahen Beobachtungsstelle für Menschenrechte machten indes Russland für einen Luftangriff auf ein von den Ärzten ohne Grenzen (MSF) unterstütztes Kinderkrankenhaus und eine Flüchtlingsunterkunft in Azaz verantwortlich. Bei den Raketeneinschlägen starben nach Angaben von Sanitätern und Einwohnern zumindest 19 Menschen. MSF-Syrien-Chef Massimiliano Rebaudengo verurteilte die Attacke als "gezielten Angriff" auf eine medizinische Einrichtung. Durch die Zerstörung des Krankenhauses seien etwa 40.000 Bewohner der Region von medizinischer Versorgung abgeschnitten, sagte er Nachrichtenagentur AFP.

Der türkische Regierungschef drohte den YPG-Kämpfern mit Luftschlägen, sollten sie sich nicht aus Azaz und dessen Flughafen zurückziehen. "Wir werden es nicht zulassen, dass Azaz fällt", sagte Davutoglu. Er betonte indes bei einem Besuch in Kiew, die Türkei setze keine eigenen Truppen in Syrien ein.

26 Islamisten getötet
Nach Angaben von Aktivisten rücken kurdische Kämpfer indes immer weiter auf Aleppo vor. Seit Sonntag seien mindestens 26 Islamisten getötet worden.

Die türkische Armee hatte in den vergangenen Tagen Stellungen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und der syrischen Regierungstruppen jenseits der Grenze beschossen. Nach eigenen Angaben reagierte sie damit auf Beschuss ihres eigenen Gebiets. Das Außenministerium in Moskau teilte indes mit, es betrachte die türkischen Attacken auf syrischem Gebiet als "Provokation" und "Bedrohung für Frieden und Sicherheit im Mittleren Osten". Russland fliegt seit Ende September zur Unterstützung der syrischen Armee Luftangriffe auf Dschihadisten und andere Rebellen in Syrien.

Zurückhaltung
Der deutsche Frank-Walter Steinmeier rief sowohl die Türkei und Russland zu militärischer Zurückhaltung in Syrien auf. "Das gilt für die militärischen Operationen Russlands und des syrischen Regimes im Raum Aleppo und jüngste Angriffe der PYD-Milizen in Nordsyrien", erklärte der Minister am Montag am Rande des EU-Außenministertreffens in Brüssel. Auch die Türkei müsse sich zurückhalten.
 

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