Mindestens 50 Tote nach 3 Anschlägen

Blutbad in Bagdad

Mindestens 50 Tote nach 3 Anschlägen

Bei drei schweren Explosionen im Zentrum von Bagdad sind am Sonntag mindestens 50 Menschen getötet und 200 verletzt worden. Sicherheitskräfte gingen von Anschlägen aus, die gezielt ausländischen Botschaften galten. Die schwerste Explosion ereignete sich in der Nähe der iranischen Botschaft, eine weitere im Viertel Mansur, wo auch die diplomatischen Vertretungen Ägyptens, Brasiliens, Deutschlands Spaniens und Syriens liegen. Auch ein Medienzentrum wurde stark beschädigt, zahlreiche Journalisten verletzt.

Ein irakischer Mitarbeiter der deutschen Botschaft war ebenfalls unter den Getöteten. Drei weitere irakische Mitarbeiter der deutschen Botschaft wurden verletzt. Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle verurteilte die Bombenanschläge "auf das Schärfste". "Meine Gedanken sind bei den Familien und Angehörigen der Opfer. Den Verletzten wünsche ich rasche Genesung. Unsere Solidarität gilt dem irakischen Volk, das wir in seinem Bemühen um Frieden und Demokratie auch weiter unterstützen werden."

"Das ist ein Terrorakt"
Vor der iranischen Vertretung gab es 18 Todesopfer, dabei handelte es sich überwiegend um Besucher, Sicherheitskräfte und Mitarbeiter einer benachbarten Bank. Innerhalb der Botschaft kam niemand zu Schaden. Dennoch bestehe kein Zweifel, dass die Anschläge gegen diplomatische Vertretungen gerichtet waren, sagte der irakische Generalmajor Kassim al-Moussavi: "Das ist ein Terrorakt."

Bereits in der Nacht auf Sonntag hatte sich in Bagdad eine Serie kleinerer Explosionen ereignet. Eine davon wurde von einem unter einem Auto versteckten Sprengsatz verursacht, dessen Detonation einen Menschen das Leben kostete.

Nach den Parlamentswahlen im vergangenen Monat hatte sich die Lage in der irakischen Hauptstadt etwas beruhigt. Derzeit wird um die Regierungsbildung gerungen. Das Wahlbündnis von Ex-Regierungschef Iyad Allawi hatte den Urnengang mit einem knappen Vorsprung gewonnen.

Am Freitag wurden aber 24 Sunniten ermordet. Seitdem geht die Angst um, die bürgerkriegsähnlichen Kämpfe zwischen den Religionsgruppen könnten wieder aufflammen. Die schiitischen Parteien im Irak werden zum Teil vom Iran unterstützt, was vielen Sunniten ein Dorn im Auge ist.

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