Eklat bei Pegida-Demo

"Die KZs sind ja derzeit leider außer Betrieb"

Rund 15.000 bis 20.000 Anhänger der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung haben Schätzungen zufolge an der Kundgebung zum Jahrestag in Dresden teilgenommen. Das berichtete die Gruppe "Durchgezählt". An vier Gegendemonstrationen, die am Montag aus verschiedenen Richtungen sternförmig in die Altstadt zogen, nahmen demnach mindestens 14.000 Menschen teil.

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Verbale Entgleisungen
Fast drei Stunden lang hatten sich Redner auf der Pegida-Kundgebung am Abend gegen Asylbewerber und demokratische Parteien gewandt. Pegida-Gründer Lutz Bachmann und andere Redner machten mit teils äußerst aggressiven Äußerungen Stimmung gegen den Zuzug von Flüchtlingen. Ein Demonstrant führte ein Plakat mit einer Fotomontage der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer nazi-ähnlichen Militäruniform mit. Pegida steht für "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes".

Einer der Hauptredner war der den deutsch-türkischen Autor Akif Pirincci, der für schwulen- und migrantenfeindliche Positionen bekannt ist.  Die gesamte Rede war durchsetzt von verbalen Ausfällen und Anfeindungen, so sprach Pirincci von einer "Moslem-Müllhalde" in Deutschland, warnte vor einer "Umvolkung", bezeichnete die Flüchtlinge als "Invasoren" und nannte Politiker "Gauleiter gegen das eigene Volk".   Zum Ende seiner Rede kam es dann zu einem großen Eklat: Pirincci kritisiert die Politik der Regierung: "Es gäbe natürlich auch andere Alternativen", so Pirincci. "Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb." Das Publikum bedachte den Redner teilweise mit Applaus.

Staatsanwaltschaft prüft Anzeige
Nach der Kundgebung prüft die Staatsanwaltschaft wegen der KZ-Äußerung rechtliche Schritte gegen Akif Pirincci. Es sein eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung eingegangen, sagte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase am Dienstag.

"Wir prüfen den Vorgang." Wann mit der Entscheidung über ein mögliches Strafverfahren zu rechnen sei, könne er noch nicht sagen.

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