Rom rechnet mit Rekordhoch an Migranten

Bis Jahresende

Rom rechnet mit Rekordhoch an Migranten

Nach der Schließung der Balkanroute fürchtet Italien eine Rekordzahl an Flüchtlingen über das Mittelmeer in diesem Jahr. Zwischen 1. Jänner und dem 30. März 2016 trafen 18.234 Migranten in Süditalien ein, das sind 80 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2015, als 10.165 Menschen das Land erreicht hatten, berichtete das Innenministerium in Rom.

Die meisten 2016 angekommenen Migranten starteten aus Libyen und zum Teil aus Ägypten, Tunesien und Algerien. Sie stammen mehrheitlich aus Nigeria, Gambia, Senegal, Cote d'Ivorie, Mali und Guinea.

"Besorgniserregendes Signal"
"Diese Zahlen sind ein besorgniserregendes Signal. Wir könnten wirklich in Schwierigkeiten geraten, sollten weiterhin tausende Migranten eintreffen", verlautete es aus dem Innenministerium. Sollten weiterhin mit diesem Tempo Migranten Italien erreichen, könnte die Zahl der Flüchtlingsankünfte bis Ende 2016 auf ein Rekordhoch von 300.000 Menschen ansteigen.

Hatten 2014 insgesamt noch 170.000 das Mittelmeer überquert, sank diese Zahl 2015 - auch aufgrund der Verlagerung in Richtung Balkanroute - auf 153.842. Die Italienischen Behörden fürchten aber nicht nur eine erneute Zunahme der Ankünfte aus Afrika; auch der Weg über die Adria zwischen Albanien und der süditalienischen Region Apulien gilt als mögliche Ausweichroute.

Kollaps befürchtet
Italien befürchtet einen Kollaps seines Aufnahmesystem. 108.199 Flüchtlinge versorgt Rom zurzeit. Das Land hat in den vergangenen drei Jahren die Zahl der Unterkünfte für Migranten verfünffacht, berichtete das Innenministerium. Die Regierung in Rom macht Druck auf die norditalienischen Regionen, damit sie mehr Migranten aufnehmen. Auf Sizilien sind derzeit elf Prozent aller Migranten untergebracht, in der Lombardei 13 Prozent und im Latium mit der Hauptstadt Rom sind es neun Prozent. Flüchtlingslager sollen unter anderem in leeren Kasernen, Turnhallen, oder Schulen eingerichtet werden. Auch in Hotels, auf Campingplätzen und in Feriendörfern sollen Flüchtlinge untergebracht werden.

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