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Russische Spione mit Austro-Pässen gefasst

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Russische Spione mit Austro-Pässen gefasst

Die deutschen Sicherheitsbehörden haben Medienberichten zufolge ein mutmaßliches russisches Agentenpaar festgenommen, das seit mehr als 20 Jahren aktiv gewesen sein soll. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet, fanden die Ermittler bei den mutmaßlichen Spionen österreichische Pässe mit falschen Identitäten, die angeblich von einem heimischen Standesbeamten stammen sollen. Im Innenministerium in Wien konnte man das am Samstag noch nicht bestätigen.

Ministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck erklärte, man warte noch auf die Ermittlungsergebnisse der deutschen Kollegen. "Wo sich in diesen Ergebnissen ein Österreichbezug ergibt, werden wir Ermittlungen aufnehmen", erklärte Grundböck.

Paar bestreitet Vorwürfe
Ein Einsatzkommando des deutschen Bundeskriminalamts (BKA) habe die Eheleute mit deutschen Namen im baden-württembergischen Balingen und im hessischen Marburg in Gewahrsam genommen, berichteten am Samstag mehrere Magazine. Das am Dienstag festgenommene Ehepaar stehe im Verdacht, für Russlands Auslandsgeheimdienst SWR gearbeitet zu haben, berichtete der "Spiegel". Worauf es die mutmaßlichen Agenten abgesehen hatten, ist demnach unklar. Beide bestritten demnach die Vorwürfe.

   Laut "Spiegel" überraschte das BKA die verdächtige Frau bei einer Durchsuchung dabei, wie sie vor einem Funkempfänger verschlüsselten Agentenfunk hörte. Bei beiden mutmaßlichen Spionen hätten die Ermittler österreichische Pässe gefunden, denen zufolge der Verdächtige in Argentinien und seine Frau in Peru geboren wurden. Recherchen der deutschen Sicherheitsbehörden in Lateinamerika ergaben demnach jedoch, dass die Angaben nicht der Wahrheit entsprechen.

1988 Umzug nach Deutschland
Der Fall ist dem Bericht zufolge der erste seiner Art in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Die Ermittler vermuten demnach, dass die mögliche Geheimdiensttätigkeit der Eheleute noch zu Zeiten des früheren russischen Auslandsgeheimdiensts KGB begann. Der Verdächtige sei im Jahr 1988 nach Westdeutschland gezogen. Die mutmaßlichen Spione waren dem Bundesamt für Verfassungsschutz demnach aufgefallen, nachdem die US-Bundespolizei FBI im vergangenen Jahr einen Agentenring des SWR in den USA aufgedeckt hatte.

 Industriespionage?
Das Magazin "Focus" berichtete am Samstag im Voraus, es handle sich um einen schweren Fall von Industriespionage. Demnach reiste das verdächtige Ehepaar im Jahr 1990 im Auftrag Russlands mit falscher Identität über Mexiko nach Deutschland ein. Mit einem Kurzwellensender hätten die beiden jahrelang verschlüsselte Nachrichten nach Moskau abgesetzt. Der Mann spähte dem Bericht zufolge bei seinem Arbeitgeber, einem Autozulieferer, Betriebsgeheimnisse aus.

Auf die Spur der Verdächtigen brachte die Ermittler laut "Focus" ein Geheimdienst-Hinweis aus den USA. Denn die beiden pflegten offenbar intensiven Kontakt mit der 2010 in den USA enttarnten russischen Agentin Anna Chapman. Regelmäßig sei ein Kurzwellenkanal belegt gewesen, den Chapman und das in Deutschland tätige Paar genutzt hätten.
 

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