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Schon 145 Tote durch Unwetter in Rio

Schlamm und Geröll

© APA/epa

Schon 145 Tote durch Unwetter in Rio

Nach dem heftigen Unwetter mit den stärksten Regenfällen seit fast einem halben Jahrhundert in Rio de Janeiro und benachbarten Orten ist die Zahl der Todesopfer auf 145 gestiegen. Die meisten Menschen kamen in Armensiedlungen, den Favelas, durch Erdrutsche ums Leben. In der Trabantenstadt Niteroi wurden erneut bis zu 60 Menschen verschüttet. Bei einem Erdrutsch wurden rund 40 Gebäude von Schlamm und Geröll überspült.

Verschüttete und obdachlos
Die Rettungskräfte suchten weiter verzweifelt nach Vermissten und Verschütteten. Allein in Rio de Janeiro wurden rund 1.700 Menschen obdachlos. Im ganzen Bundesstaat Rio mussten mehr als 11.000 Menschen aus ihren Häusern und Wohnungen flüchten.

153 Mio. Euro für Wiederaufbau
Die rund 13 Kilometer von Rio entfernte Stadt Niteroi, wo bisher 79 Todesfälle bestätigt wurden, traf es am schlimmsten. An 16 verschiedenen Stellen suchte die Feuerwehr noch nach Vermissten. In der Millionen-Stadt Rio, die 2016 Austragungsort der Olympischen Spiele ist, meldeten die Behörden mindestens 46 Tote. Der Gouverneur des Teilstaates Rio de Janeiro, Sergio Cabral, schätzt, dass für den Wiederaufbau und Vorbeugungsmaßnahmen mindestens 370 Millionen Reais (153 Millionen Euro) erforderlich sind.

Heftigster Regen seit 1966
Nach Worten des Bürgermeisters von Rio, Eduardo Paes, wurden in der Stadt am Zuckerhut von Montagabend an in 24 Stunden die heftigsten Regenfälle seit 1966 registriert. Der Verkehr brach wegen des Regens und des Sturms völlig zusammen. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen und Kreuzungen, Tunnel waren bis zur Decke überflutet und zahllose Autos standen bis zum Dach im Wasser.

Der brasilianische Staatschef Luiz Inacio Lula da Silva hatte bereits am Dienstag jahrelanges Missmanagement der Baubehörden für die vielen Opfer verantwortlich gemacht. Die Behörden hätten zu lange die Entstehung immer neuer Viertel ohne Baugenehmigungen geduldet, sogar in den Hügeln um Rio de Janeiro, die als stark erdrutschgefährdet gelten, sagte er. Der Präsident kündigte an, künftig höhere Baustandards durchzusetzen.

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