Schweres Massaker im Kongo mit 320 Toten

4 Tage gewütet

© Reuters

Schweres Massaker im Kongo mit 320 Toten

Ugandische Rebellen haben nach Angaben der Organisation Human Rights Watch (HRW) im Dezember ein Massaker unter Zivilisten im Kongo verübt. Die Menschenrechtsorganisation teilte am Samstagabend in Washington mit, dass dabei mindestens 321 Menschen getötet und weitere 250 entführt wurden. Unter den Entführten seien auch 80 Kinder gewesen. In einer ersten Dokumentation über die bisher nicht bekannten Vorgänge heißt es, die berüchtigte Widerstandsarmee des Herrn (Lord's Resistance Army - LRA) habe damals vier Tage in der nordöstlichen Makombo-Region des Kongo gewütet.

"Schwere Bedrohung für die Menschen"
"Das Massaker von Makombo ist eines der schlimmsten in der 23-jährigen blutigen Geschichte der LRA", sagte die HRW-Afrikaexpertin Anneke Van Woudenberg dazu. Es zeige, dass die LRA im Gegensatz zu Behauptungen der Regierungen in Uganda und im Kongo nach wie vor eine schwere Bedrohung für die Menschen in der Region darstelle. Die Menschenrechtsorganisation war den ihren Angaben nach "gut vorbereiteten Attacken der LRA vom 14. bis 17. Dezember in der entlegenen Region des Distrikts Haute Uele" bei Ermittlungen im Februar nachgegangen.

Mit Äxten getötet, Schädel eingeschlagen, verbrannt
Demnach überfielen die LRA-Rebellen wenigstens zehn Dörfer. Sie hätten ihre Opfer zunächst gefesselt und danach mit Macheten und Äxten getötet oder mit schweren Holzknüppeln erschlagen. Teilweise hätten sie die Dorfbewohner aber auch an Bäumen aufgehängt und ihnen den Schädel eingehauen. Bei den meisten Opfern habe es sich um erwachsene Männer gehandelt. Außerdem brachten die Milizen aber auch mindestens 13 Frauen und 23 Kinder um. Das jüngste Opfer sei ein dreijähriges Mädchen gewesen, das die Täter verbrannten.

Die Menschenrechtsorganisation stützt ihren Bericht auf die Aussagen von Überlebenden. Zu den Augenzeugen gehörten auch Kinder, die gezwungen worden waren, andere Kinder zu töten, weil diese sich den Anordnungen der LRA widersetzten. Die jungen Menschen schilderten, dass sie von den LRA-Milizen angewiesen wurden, ihr Opfer zu umzingeln und so lange mit einem Stock auf den Kopf zu schlagen, bis es starb.

Rund ein Jahr vor dem Massaker von Makombo, im Dezember 2008 und Jänner 2009, hatte die LRA im Norden des Kongo und Süden des Sudan mehr als 865 Zivilisten umgebracht. Die Vereinten Nationen haben im Nordosten des Kongos die UN-Friedensmission (MONUC) stationiert. Die Blauhelmtruppen sollen jedoch ab Juni abgebaut und bis Juli 2011 ganz abgezogen werden.

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