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Schweres Zugunglück nach Erdrutsch

Bei einem Zugsunglück im Schweizer Kanton Graubünden sind nach Polizeiangaben elf Menschen verletzt worden, fünf davon schwer. Polizei und Rhätischer Bahn zufolge fuhr ein Zug mit rund 200 Passagieren am Mittwochmittag in der Nähe der Ortschaft Tiefencastel auf einen Erdrutsch und entgleiste. Ein Wagen stürzte den Steilhang einer Schlucht hinab, blieb aber an Bäumen hängen.

Insgesamt entgleisten nach den Angaben der Polizei drei Wagen. Auf Bildern Schweizer Online-Medien war zu sehen, wie einer der Wagen halb über der Schlucht hing. Ein zweiter wurde offenbar am Steilhang etwa zehn bis 20 Meter unterhalb der Gleise von Bäumen gehalten. Der Triebwagen war den Fotos nach mit Steinen und Geröll kollidiert. Die hinteren fünf Waggons blieben im Gleisbett.

schweiz_tiefencastel_1.jpg © APA
(c) APA

Der Zug der Rhätischen Bahn war auf der auch bei Touristen sehr beliebten Strecke nahe Tiefencastel im Kanton Graubünden auf einen Erdrutsch aufgefahren, wie ein Polizeisprecher berichtete. Bis zu 100 Rettungskräfte seien zu der Unglücksstelle geeilt. Die Schweizer Rettungsflugwacht schickte vier Helikopter, auch mehrere Feuerwehren waren im Einsatz.

Ein Passagier sagte dem Portal "20 Minuten", der Zug habe plötzlich gestoppt. Alle Insassen des halb von der Trasse gesprungenen Wagens hätten sich in den hinteren Teil gedrängt, um zu verhindern, dass er endgültig in die Schlucht rutscht. Anschließend seien die Fahrgäste vom Personal der Bahn durch den hinteren Tunnel geführt und mit Bussen nach Tiefencastel gefahren worden.

Polizei und Rettungskräfte brauchten drei Stunden, um alle Passagiere zu bergen. Vor Ort waren bis zu hundert Rettungskräfte und vier Helikopter im Einsatz. Weil der Unfallort praktisch nicht zugänglich war, mussten die unverletzten Passagiere sich zunächst zu Fuß entlang der Gleise fortbewegen, bevor sie eine Straße erreichten, wo Busse warteten.

Der Zug war von St. Moritz nach Chur unterwegs, als er gegen 12.45 Uhr auf etwa halber Strecke zwei Kilometer vor Tiefencastel zwischen zwei Tunneln entgleiste. In der bewaldeten und schwer zugänglichen Gegend hatte es zuvor stark geregnet. Allein in der Nacht zu Mittwoch fielen in der Region Meteorologen zufolge 50 Liter Regen pro Quadratmeter - das entspricht der Hälfte der durchschnittlichen Regenmenge im gesamten Monat August.

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