Seehofer: Merkel für AfD-Erstarken verantwortlich

Asylpolitik

Seehofer: Merkel für AfD-Erstarken verantwortlich

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen ihrer Flüchtlingspolitik für das Erstarken der rechtspopulistischen "Alternative für Deutschland" (AfD) verantwortlich gemacht. "Die AfD in dieser Größenordnung ist das Produkt der letzten Monate", sagte Seehofer der "Welt am Sonntag".

Falsche Zuwanderungspolitik
Mitte 2015 sei die Partei noch weit unter fünf Prozent gelegen, jetzt sei sie fast überall zweistellig, im Osten sogar bei 20 Prozent. "Die Gründe dafür liegen in der falschen Zuwanderungspolitik der Bundesregierung im September letzten Jahres und dem weiteren Umgang damit", sagte der CSU-Vorsitzende. Auch der Flüchtlingspakt der EU mit der Türkei habe der AfD geholfen.

Keine Grundlage für Dialog
Der scheidende Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, sieht derzeit keine Grundlage für einen Dialog zwischen der katholischen Kirche und der AfD. Das "nationalistische Gerüchlein" der rechtspopulistischen Partei sei ihm zu groß, sagte der langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Sonntag dem Deutschlandfunk. Die jüngste Zustimmung zu der AfD in Umfragen und Wahlen sei beunruhigend.

Zurückweisung "kein Heilmittel"
Auf Dauer sei die Zurückweisung der AfD aber womöglich "kein Heilmittel", fügte Lehmann hinzu. "Es gibt gewiss Versäumnisse, wovon die profitieren." So sei die "Verwurzelung der Leute in ihrer heimatlichen Kultur" aus dem Blick geraten. Den Begriff des "christlichen Abendlandes", dessen Verteidigung sich die AfD auf die Fahnen geschrieben hat, versucht der Bischof zu vermeiden. "Ich rede da lieber von Europa zum Beispiel."

Festakt
Lehmann wird am Montag zu seinem 80. Geburtstag mit einem Festgottesdienst und einem Festakt in Mainz geehrt. Danach will der dienstälteste katholische Bischof in Deutschland in den Ruhestand gehen. Lehmann steht seit 1983 dem Bistum Mainz vor. Von 1987 bis 2008 war er Vorsitzender der Bischofskonferenz. Zum Kardinal wurde er 2001 vom damaligen Papst Johannes Paul II. erhoben.

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