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Trump University unter Betrugsverdacht

USA

Trump University unter Betrugsverdacht

Seine "Universität" könnte zur Belastung für US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump werden. Ex-Angestellte beschreiben die Trump University als ein auf skrupellosen Praktiken basierendes Unternehmen, das mit zweifelhaften Anwerbemethoden, mangelhaft qualifizierten Ausbildern und falschen Versprechungen operiert habe, geht aus am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Gerichtsdokumenten hervor.

Trump hatte seine "Universität" im Jahr 2004 gegründet und hielt daran einen Anteil von 93 Prozent. Die kommerzielle Einrichtung, die nicht offiziell als Hochschule anerkannt war und ihren Kunden angeblich vermitteln sollte, wie sie schnell im Immobiliengeschäft zu Geld kommen, machte vor sechs Jahren dicht. Ehemalige Studenten der Trump University haben den Geschäftsmann verklagt. Ihm droht ein Prozess.

Verkaufsleiter stützt Vorwürfe
Der frühere Verkaufsleiter der "Universität", Ronald Schnackenberg, stützte in einer schriftlichen Erklärung die Vorwürfe der Ex-Studenten, dass sie von der Einrichtung betrogen worden seien. Die Trump University habe sich "ältere und ungebildete Menschen zur Beute gemacht, um sie von ihrem Geld zu trennen". Ihr einziges Ziel sei es gewesen, die Teilnahme an möglichst teuren Seminaren zu verkaufen. Schnackenberg erläuterte, dass er wegen der betrügerischen Praktiken im Jahr 2007 seinen Job aufgegeben habe.

Laut Aussage eines anderen früheren Angestellten, Jason Nicholas, soll eine der Betrugsmethoden darin bestanden haben, dass sich die Ausbilder fälschlich als "rechte Hand" Trumps beschrieben hätten. Dabei habe es sich um völlig unqualifizierte Trainer gehandelt. "Das war eine Fassade, eine völlige Lüge", erklärte Nicholas in seiner schriftlichen Aussage.

35.000 Dollar
Die Seminare kosteten bis zu 35.000 Dollar (rund 31.000 Euro nach heutigem Wert). In von der US-Justiz veröffentlichten Instruktionen für die Anwerbung von Studenten hieß es: "Sagt ihnen, dass Ihr eine Lösung für ihre Probleme habt und eine Art und Weise kennt, in der sie ihr Leben ändern können."

"Hohe Zufriedenheitsquote"
Eine Sprecherin Trumps sagte, die neu veröffentlichten Dokumente stützten keineswegs die anhängigen Klagen, sondern bestätigten ganz im Gegenteil die "hohe Zufriedenheitsquote" der Programmteilnehmer.

Der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner attackierte derweil den für den Fall zuständigen kalifornischen Bundesrichter Gonzalo Curiel. Dieser sei von Präsident Barack Obama ausgewählt worden und "total voreingenommen". Der Richter "hasst Trump", schrieb der Immobilienmogul im Internetdienst Twitter. Er bezichtigte Curiel auch, als "Mexikaner" etwas gegen ihn zu haben. Der Richter wurde als Sohn mexikanischer Einwanderer im US-Bundesstaat Indiana geboren.
 

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