Tschechien will Grenze zu Österreich schließen

Flüchtlinge

Tschechien will Grenze zu Österreich schließen

Die tschechische Staatsgrenze könnte laut Staatspräsident Milos Zeman in einem oder zwei Monaten geschlossen sein. Die Armee sei dazu bereit, erklärte Zeman laut der Tageszeitung "Pravo" (Dienstag-Ausgabe) bei einer Rede im westböhmischen Nejdek (Neudek). Die tschechische Polizei bereitet sich indes an der Grenze zu Österreich für den Ernstfall vor.

Derzeit nicht notwendig
"Die Armee und Polizei sind bereit, in sechs Stunden die Grenzübergänge und in 48 Stunden auch die sogenannte grüne Grenze zu schließen", sagte Zeman. Derzeit sei es aber nicht notwendig, Geld für die Schließung der Grenzen auszugeben, weil in Tschechien wöchentlich nur etwa zehn Migranten festgehalten würden. Sollten die Zahlen aber steigen - was in einem oder zwei Monaten passieren könnte -, werde neben Polizei und Militär auch die Feuerwehr alarmiert werden, kündigte der Staatschef an.

Bisher hätten die Flüchtlinge freien Weg nach Deutschland über Österreich und die Balkanländer, so Zeman. Sobald die Grenzen aber geschlossen werden - "und es scheint eine Tendenz dazu zu geben" -, würde Tschechien zum Transitland werden, und "Deutschland würde die Migranten, die durch Tschechien reisten, zu uns zurückschicken", sagte Zeman und fügte hinzu: "Deswegen ist es am besten, die Migranten hierher überhaupt nicht reinzulassen."

Abriegelungs-Übung
In Tschechien fand indes am heutigen Dienstag eine Übung der Polizei und der Zollverwaltung statt, bei der die Abriegelung der Grenze zu Österreich geprobt wird. 200 Polizisten und 20 Zollbeamte nehmen daran teil, sagte dazu der Präsident der tschechischen Polizei Tomas Tuhy auf einer Pressekonferenz am Dienstag.

Das Thema der Übung mit dem Codenamen "Vlna" ("Welle") lautet "Wiedereinführung von Kontrollen an der Staatsgrenze zu Österreich im Zusammenhang mit der Ankunft einer größeren Zahl von Migranten". Die Übung wird von den Polizeidirektionen der Kreise Südböhmen und Südmähren durchgeführt und findet an den Grenzübergängen Dolni Dvoriste/Wullowitz und Mikulov/Drasenhofen statt - einschließlich eines Teils der sogenannten grünen Grenze.

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