USA fliegen weiter Angriffe im Irak

Kampf gegen IS-Terror

USA fliegen weiter Angriffe im Irak

Die USA haben erneut Luftangriffe auf Jihadisten im Irak geflogen. Eine Kampfdrohne habe in der Nacht auf Samstag zwei Fahrzeuge der Extremisten-Gruppe Islamischer Staat (IS) zerstört, teilte das US-Militär mit. Der Einsatz habe sich in der Nähe einer Ortschaft im Norden des Landes ereignet, in der die radikalen IS-Kämpfer laut kurdischen Angaben Zivilisten getötet haben.

Zuvor hatten Vertreter der halbautonomen Kurdenregion berichtet, dass die Islamisten in einem Dorf etwa 80 Yeziden (Jesiden) umgebracht hätten. Die Angehörigen der religiösen Minderheit hätten sich geweigert zum Islam überzutreten. Laut Augenzeugen sollen die Männer erschossen und die Frauen und Kinder verschleppt worden sein.

Es war zunächst unklar, ob der US-Luftangriff in Zusammenhang mit dem Massaker stand. US-Präsident Barack Obama hatte vor einer Woche Luftschläge autorisiert, um den Vormarsch der Islamisten zu stoppen und einen Völkermord an den Yeziden zu verhindern. Die sunnitischen Islamisten bezeichnen die Yeziden als Teufelsanbeter und bedrohen sie mit dem Tod. Die IS gilt als radikaler als das Terrornetzwerk Al-Kaida und hat in den eroberten Gebieten in Syrien und im Irak einen Gottesstaat ausgerufen. Immer wieder wird von Gräueltaten berichtet.

Kurz für Waffenlieferungen
Auch Österreich befürwortet nun Waffenlieferungen an die Kurden im Kampf gegen die jihadistische Terrormiliz IS. Die Situation im Irak sei so dramatisch und die Bedrohung für religiöse Minderheiten so stark, dass es notwendig sei neben der humanitären Hilfe auch militärisch zu agieren, so Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) gegenüber ÖSTERREICH:

ÖSTERREICH: Herr Außenminister, sind die IS-Kämpfer noch zu stoppen?
Sebastian Kurz: Die Luftangriffe der USA dürften eine erste Wirkung gezeigt haben. Die Situation der umzingelten Jesiden hat sich ein Stück weit verbessert.

ÖSTERREICH: Was sind die Ziele des heutigen EU-Außenministertreffens in Brüssel?
Kurz: Die große Chance ist, die europäischen Hilfsmaßnahmen abzustimmen. Andere Länder sollen mitgerissen werden, humanitäre Hilfe zu leisten.

ÖSTERREICH: Würden Sie Waffenlieferungen von EU-Staaten unterstützen?
Kurz: Österreich ist keine Militärmacht. Wir sind im humanitären Bereich tätig. Andere Länder denken über Waffenlieferungen nach und ich halte das für legitim. Es ist notwendig, militärisch zu agieren. Beachtet werden muss, was geliefert wird und dass es nicht in falsche Hände gerät.
(Das Interview führte E. Kühnelt)

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist unterdessen überraschend zu einem Kurzbesuch im Irak eingetroffen. In der Hauptstadt Bagdad war am Samstag ein Treffen mit dem designierten Ministerpräsidenten Haider al-Abadi vorgesehen. Anschließend wollte der SPD-Politiker in die Hauptstadt der Kurdenregion, Erbil, weiterreisen.

steinmeier.jpg © Getty
(c) APA, Steinmeier bei der Abreise

Deutsche Transall gelandet
Kurz vor Steinmeiers Ankunft war ein erstes Transportflugzeug der deutschen Bundeswehr mit deutschen Hilfsgütern an Bord in Erbil gelandet. Die Transall landete in der Nacht auf Samstag auf dem Flughafen in Erbil im Nordirak. Dorthin haben sich Zehntausende Yeziden (Jesiden), Christen und andere Vertriebene auf der Flucht vor IS gerettet.

transall.jpg © APA
(c) afp, die deutsche Transall
 

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