09. März 2010 14:56
US-Vizepräsident Joe Biden hat zum Auftakt seiner Nahost-Reise der
israelischen Führung die volle Unterstützung der USA für die Sicherheit
Israels zugesichert. Nachdem US-Sondergesandter George Mitchell am
Montagabend verkündet hatte, dass Israelis und Palästinenser der Aufnahme
indirekter Gespräche ("proximity talks") unter US-Vermittlung zugestimmt
haben, betonte Biden am Montag nach seinem Treffen mit Premier Benjamin
Netanyahu, der "Eckpfeiler" der bilateralen Beziehungen sei das
uneingeschränkte Bekenntnis der USA zur Sicherheit Israels. Die israelische
Führung wollte Biden in erster Linie ihre Sorge über das iranische
Atomprogramm darlegen.
"Keine Distanz zwischen USA und Israel"
Es werde im
Nahen Osten nur Fortschritte geben, "wenn jeder weiß, dass es schlicht keine
Distanz zwischen den USA und Israel gibt", sagte Biden. "Es gibt keine
Distanz zwischen den USA und Israel, wenn es um die Sicherheit Israels
geht", unterstrich der Vizepräsident, der auch sagte: "Wir sind
entschlossen, den Iran daran zu hindern, an Atomwaffen zu gelangen".
Netanyahu dankte den USA für ihre Bemühungen um härtere Strafmaßnahmen gegen
Teheran. Je schärfer die Sanktionen ausfielen, desto größer sei die
Wahrscheinlichkeit, dass die iranische Regierung im Atomkonflikt einlenke,
erklärte der Premier.
Biden war zuvor mit dem israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres
zusammengetroffen, der die Forderung erneuerte, den iranischen Präsidenten
Mahmoud Ahmadinejad international zu isolieren. "Es kann nicht angehen, dass
der iranische Präsident, der zur Vernichtung eines Volkes aufruft, als
Mitglied der Vereinten Nationen und Held empfangen wird", sagte Peres.
Außerdem kam die Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses zur Sprache.
Dabei äußerte der US-Vizepräsident die Hoffnung, dass durch die geplanten
indirekten Gespräche damit begonnen werden könne, das "in den vergangenen
Jahren aufgestaute Misstrauen" abzubauen.
Dauerhafte Freundschaft
Am morgigen Mittwoch will Biden in
Ramallah mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas, dessen Premier
Salam Fayyad und dem Sondergesandten des Nahost-Quartetts aus USA, EU,
Russland und UNO, dem britischen Ex-Premierminister Tony Blair,
zusammentreffen. Am Donnerstag soll der Vizepräsident in Tel Aviv eine
Grundsatzrede über die dauerhafte Freundschaft zwischen den USA und Israel
halten.
Kurz vor Bidens Ankunft hatte Israel die Fortsetzung des Siedlungsbaus in
den besetzten Gebieten bekanntgegeben. Ungeachtet eines im November von
Netanyahu verkündeten Moratoriums sollen 112 zusätzliche Wohneinheiten in
der jüdischen Siedlung Beitar Illit im besetzten Westjordanland entstehen.
Die USA hatten Israel aufgefordert, von weiteren Siedlungs-Bauprojekten
Abstand zu nehmen. Die palästinensische Führung lehnt die Wiederaufnahme der
Ende 2008 abgebrochenen direkten Verhandlungen mit Israel ab, solange die
israelische Regierung am Siedlungsbau im besetzten Westjordanland festhält.
Der palästinensische Präsidentenberater Nabil Abu Rudeina warf Israel am
Montag vor, die Friedensbemühungen zu "sabotieren", und appellierte an die
USA, Israel zum Stopp der Siedlungsaktivitäten zu bewegen.