Mali-Krise

Westafrikanische Staaten halten am Samstag Krisentreffen zu Mali ab

Die Generalstabschefs der westafrikanischen Staaten sind für Samstag zu einem Krisentreffen zu Mali einberufen worden. Bei dem Treffen in der ivorischen Wirtschaftsmetropole Abidjan solle der Einsatz der Internationalen Unterstützungsmission für Mali (MISMA) gegen die islamistischen Milizen im Norden des Landes besprochen werden, teilte die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) am Freitag mit. An dem Treffen sollten auch die Polizeichefs der 15 Mitgliedsstaaten teilnehmen. Malische und

Die ECOWAS hat die Entsendung einer Eingreiftruppe von 3.300 Soldaten beschlossen, um die malische Armee im Kampf gegen die Islamisten zu unterstützen, die seit April weite Teile des Nordens kontrollieren. Ihre Mitgliedsstaaten sagten bereits die Bereitstellung von bis zu 3.800 Soldaten zu, doch kommt der Einsatz in Mali nur langsam voran. Vor allem die Frage der Finanzierung ist weiterhin nicht geklärt. Der Tschad, der nicht Mitglied der ECOWAS ist, hat ebenfalls die Entsendung von 2.000 Soldaten zugesagt.

Nach der Einnahme der Ortschaft Douentza drangen unterdessen die malischen Regierungstruppen am Freitag weiter in den Norden vor. Sie hätten die Stadt Hombori erreicht, die etwa 160 Kilometer südlich der Rebellenhochburg Gao liege, verlautete aus Militärkreisen. Die Offensive war mit französischen Luftangriffen vorbereitet worden. Fast zwei Wochen lang haben Kampfflugzeuge Stellungen der Islamisten sowie deren Fahrzeuge und Lager bombardiert.

Die französischen Truppen kämpfen an der Seite der malischen Armee seit zwei Wochen gegen die islamistischen Rebellen. Frankreich hatte eingegriffen, nachdem die Rebellen in Richtung der Hauptstadt Bamako im Süden des Landes vorgestoßen waren.

Der Antiterror-Koordinator der Europäischen Union, Gilles de Kerchove, erwartet indes nach einem Ende der Kämpfe in Mali ein langjähriges Engagement der EU in dem Krisenland. "Das Ende der Militäroperation wird nicht das Ende der Geschichte sein", sagte de Kerchove in Brüssel der Nachrichtenagentur AFP. "Die Europäische Union wird für viele Jahre eine aktive Rolle spielen", um etwa durch den Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen den Kampf gegen Terroristen zu stärken.

De Kerchove forderte zudem, dass sich die EU in Städten wie Gao, Kidal oder Timbuktu im Norden des Wüstenlandes nach einer Zurückeroberung umgehend engagieren müsse. Damit solle sichergestellt werden, "dass die Bevölkerung einen unmittelbaren Unterschied in ihrem täglichen Leben erfährt". Die Angebote in den Bereichen Gesundheit und Bildung müssten etwa verbessert werden. Dafür müsse die EU schon jetzt planen.

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