22. August 2010 19:35
Nach der Versorgung mit einer verunreinigten Infusion sind in einer
deutschen Universitätsklinik zwei Säuglinge gestorben. Neun weitere Kinder
hatten die mit Bakterien verschmutzte Infusion ebenfalls bekommen, fünf von
ihnen befanden sich am Sonntag in kritischem Zustand. Bei der Infusion
handelte es sich um Ernährungslösungen. Diese werden aus Komponenten
externer Hersteller in der Apotheke der Universitätsmedizin Mainz für jeden
Patienten individuell hergestellt.
Die Infusionslösungen waren durch Enterobacter-Bakterien verunreinigt. Das
sagte der Oberarzt der Kinderintensivstation, Ralf-Gunter Huth. Noch sei
unklar, um welche der 14 Unterarten des Bakteriums es sich handle.
Enterobacter kommen vor allem im menschlichen Darm vor. Es gelte als
wahrscheinlich, dass die Flüssignahrung bei der Herstellung in der Uniklinik
verunreinigt wurde. Die Säuglinge, die gestorben sind, waren zwei und acht
Monate alt. Bei dem zwei Monate alten Baby handelte es sich um eine
Frühgeburt.
Schock
Die beiden am Samstag gestorbenen Säuglinge befanden sich
wegen schwerer Erkrankungen auf der Intensivstation, als sie die
Infusionslösungen erhielten. "Wir sind schockiert über die
aktuellen Ereignisse", sagte der Vorstandsvorsitzende der
Universitätsmedizin Mainz, Norbert Pfeiffer.
Bei der täglichen Überprüfung der Infusionen sei deren Verkeimung
festgestellt worden. Sofort sei die Nutzung der Herstellungssysteme und
Lösungen gestoppt worden, hieß es. Alle Infusionen seien durch Präparate
anderer Hersteller ersetzt worden.
Vorsorglich medizinisch behandelt
Alle möglicherweise
betroffenen Patienten wurden anschließend vorsorglich medizinisch behandelt.
Aus Sicherheitsgründen wurden vier weitere Kinder, die anderweitig
portionierte Medikamente erhalten hatten, untersucht und vorbeugend
behandelt. Diese Patienten wiesen jedoch keine Auffälligkeiten auf.