Zwischenfall im Atommeiler Tricastin

Frankreich

© APA

Zwischenfall im Atommeiler Tricastin

In der südfranzösischen Atomanlage Tricastin ist es erneut zu einer Störung gekommen. In einer Fabrik zur Brennstoff-Anreicherung habe sich bei der Umfüllung von Uranhexafluorid eine "Anomalie" ergeben, teilte der staatliche Atomkonzern Areva am Dienstagabend mit. Der zulässige Füllstand der benutzten Behälter sei überschritten worden.

Das betroffene Unternehmen Eurodif habe der französischen Atomaufsichtsbehörde ASN vorgeschlagen, den Vorfall auf der internationalen Bewertungsskala für atomare Zwischenfälle als "Störung" einzustufen. Dies ist die zweitniedrigste Stufe, die Abweichungen von den Vorgaben für einen sicheren Betrieb beschreibt.

Tricastin ist die größte Atomanlage der Welt. Auf dem 600 Hektar großen Gelände sind Kernkraftwerke, Forschungseinrichtungen sowie Betriebe zur Urananreicherung und Abfallbeseitigung untergebracht. Die Anlage war 2008 durch eine Reihe von Zwischenfällen in die Schlagzeilen geraten. Erst liefen im Juli 2008 sechs Kubikmeter uranhaltige Flüssigkeit aus und gelangten in die Umwelt. Dann verkeilten sich beim Austausch von Brennelementen zwei der uranhaltigen Behälter und drohten wochenlang, auf die anderen Brennstoffcontainer zu stürzen. Auch vergangenes Jahr gab es mehrere Zwischenfälle.

Der neue Vorfall habe "keine Folgen für das Personal und die Umwelt" gehabt, erklärte Areva. Die betroffenen Geräte und Behälter seien "umgehend geleert worden". Das gasförmige Uranhexafluorid wird benutzt, um das für die nukleare Kettenreaktion benötigte Uran-Isotop 235 vom schwereren Uran 238 zu trennen. In Tricastin geschieht das, indem das Gas unter Druck durch Filter gepresst wird.

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