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US-Wahlen: Wer rettet die Republikaner?

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US-Wahlen: Wer rettet die Republikaner?

Des Jammerspiel namens Republikaner-Vorwahlen sprengt längst die Vorstellungskraft: Wieder beflegelte sich die "Monty-Python"-Truppe aus dem Roboter Mitt Romney, Fundi Rick Santorum, Kotzbrocken Newt Gingrich und Wirrkopf Ron Paul am Mittwoch bei einer CNN-Debatte aufs Neue: Es ging um so inspirerende Themen wie Empfängnisverhütungen, Mexikaner-Hatz oder Iran-Bombardierungen.

Die einzige Erleichterung: Es ist die letzte dieser stumpfinnigen Diskussionen. 20 musste Amerika bisher ertragen. Klar wurde nur: Keiner in dieser Tölpel-Truppe kann Obama gefährlich werden.

Die Republikaner-Partei schlittert in einen Frontalunfall in Zeitlupe - bis in den Sommer hinein. Romney könnte zwar den Frontrunner-Status mit Siegen in Michigan und Arizona am Dienstag zurückgewinnnen - doch er kann weder seine Rivalen zur Aufgabe drängen, noch die weit nach rechts gedriftete Parteibasis hinter sich einen. Nach Euphorie fragt ohnehin niemand mehr.

Der Irrsinn geht also noch Monate weiter. Vor allem: Romney dürfte ohne dem Handtuchwerfen seiner Gegner kaum die nötigen 1144 Delegierten-Stimmen zusammenkriegen. Der Showdown zwischen Obama und Hillary 2008 dauerte zwar auch bis in den Juni hinein, doch da waren es am Ende nur zwei Kandidaten, wodurch am Ende Obama die Delegierten-Mehrheit schaffte.

Die Partei steht daher vor dem Szenario eines "vermittelten Nominierungsparteitages" (Brokered Convention) im August in Tampa (Florida). Angesichts des gegenwärtigen Trauerspiels sehen immer mehr Parteigranden und einflussreiche Kommentatoren trotz der drohenden Chaos-Tage in der Parteitagshalle noch Chancen eines "Hail Mary"-Passes, einem Befreiungsschlag in diesem für die GOP so verkorksten Wahljahr. Denn erhält kein Kandidat im ersten Wahlgang aufgrund der in den Vorwahlen gesammelten Stimmen eine Mehrheit, werden die Delegierten aus ihrer Bindung "entlassen" – und können frei abstimmen.

Dabei gibt es zwei Szenarien: Es könnten die bisherigen Anwärter gegnerische Delegierte in mehreren Abstimmungsrunden in ihr Lager locken ("Contested Convention"). Oder, und auf das hoffen viele Parteigranden bereits: Es könnte ein völlig neuer Kandidat als "Weißer Ritter" im Konfetti-Regen gekrönt werden.

Namen kursieren längst: Der kugelrunde aber kumpelhafte New-Jersey-Gouverneur Chris Christie ist laut jüngster Umfrage derzeit der Liebling der Basis. Immer öfter fallen auch die Namen von Ex-Präsidenten-Bruder Jeb Bush, der "Tea Party"-Furie Sarah Palin oder Florida-Senator Marco Rubio, der als wortgewaltiger Kuba-Immigrant Latino-Stimmen einsammeln könnte.

Dabei drohe der Partei natürlich eine Zerreißprobe, da die Stimmen von Millionen Parteigängern in den Vorwahlen durch die Parteibosse fast putschartig zunichte gemacht würden. Dennoch dämmert auch der Basis: Es gibt in diesem bisherigen Debakel nur mehr die Wahl zwischen kleineren Übeln.


Mehr von unserem US-Korrespondenten Herbert Bauernebel finden Sie hier auf AmerikaReport.com

Autor: Herbert Bauernebel
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