Tote bei NATO-Luftangriff in Libyen

Laut BBC

Tote bei NATO-Luftangriff in Libyen

Bei einem Luftangriff der NATO auf Tripolis sind nach Behördenangaben zwischen fünf und sieben Menschen getötet worden. Auch zwei Kinder sollen darunter sein. "Es wurden bewusst und mit Absicht Häuser von Zivilisten ins Visier genommen", sagte der libysche Vize-Außenminister Khaled Kaim zu dem Angriff am frühen Sonntag.

Wohngebiet in Trümmern
Regierungsvertreter führten Journalisten zu einem Wohngebiet im Stadtteil Al-Arada. Dort wurden Leichen aus den Trümmern eines Hauses gezogen. In einem Krankenhaus wurden den Reportern zudem die Leichen von zwei Kleinkindern und einer Frau gezeigt. Nach libyschen Angaben gehörten die drei Opfer derselben Familie an. Ein AFP-Korrespondent berichtete, dass zwei Nachbargebäude des zerstörten Hauses ebenfalls Schäden aufwiesen.

Ob die drei Leichen aus dem zerstörten Gebäude stammten, konnte nicht unabhängig bestätigt werden. Die Journalisten erreichten das Gebäude eineinhalb Stunden, nachdem in der Hauptstadt eine laute Explosion zu hören war. Während nach früheren Luftangriffen Rauch aus den Trümmern aufstieg, war er in diesem Fall nicht zu sehen.

Es handle sich um Tote des Luftangriffes, sagte jedenfalls ein Regierungssprecher. "Im Prinzip ist das eine weitere von der NATO verursachte Nacht des Mordes, des Terrors und des Horrors in Tripolis." Er betonte, die Toten und die Zerstörung seien keine "Propaganda".

Peinliche Lüge
Vor zwei Wochen hatten die libyschen Behörden allerdings ein verletztes Kind als Opfer eines NATO-Angriffs präsentiert, später jedoch stellte sich heraus, dass es bei einem Verkehrsunfall verletzt worden war: Ein Mitarbeiter des selben Krankenhauses hatte Journalisten einen entsprechenden Zettel zugesteckt. Sollte sich bestätigen, dass es sich dieses Mal tatsächlich um einen Luftangriff der NATO handelte, wäre dies der erste tödliche Irrtum des Bündnisses in der libyschen Hauptstadt.

Der Bürgerkrieg in Libyen hält seit vier Monaten an. Die NATO greift auf Basis eines UNO-Mandats Ziele der Regierung an und unterstützt damit faktisch die Aufständischen gegen das Regime von Machthaber Muammar al-Gaddafi.

Versehentlicher Beschuss
Am Samstag hatte sich die NATO für einen versehentlichen Beschuss libyscher Rebellen im Osten des Landes entschuldigt. Untersuchungen hätten ergeben, dass bei dem Luftangriff am Donnerstag in dem zwischen Gaddafi-Kräften und Aufständischen umkämpften Gebiet um die Ölstadt Brega irrtümlich Fahrzeuge der bewaffneten Rebellen getroffen worden seien. Sollten es bei diesem "unglücklichen Vorfall" Tote oder Verletzte gegeben habe, bedauere sie dies, erklärte die NATO in Brüssel.

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