Atommüll-Frachter geriet in Seenot

Schiff schlug Leck

 

Atommüll-Frachter geriet in Seenot

Ein dänisches Frachtschiff zum Transport von Atommüll ist am Wochenende vor Nordnorwegen wegen eines Lecks offenbar in kritische Lage geraten. Laut einem Online-Bericht der Regionalzeitung "Finnmark Dagblad" musste der Frachter "Puma" westlich von Hammerfest in einem Fjord der Insel Söröya ankern und Meerwasser aus dem Schiffsrumpf gepumpt werden. Das Schiff hatte Presseberichten zufolge vergangene Woche europäischen Atommüll nach Russland transportiert.

330 Tonnen Atommüll
Die Ladung des Schiffes - insgesamt 330 Tonnen radioaktives Material, darunter rund 53 Kilogramm angereicherten Atommülls aus einem serbischen Versuchsreaktor - war laut Medienberichten vergangenen Donnerstag im russischen Murmansk gelöscht worden. Bei der Rückfahrt sendete die "Puma" einen Notruf. Die norwegische Seerettungszentrale entsendete daraufhin zwei Schiffe zur Hilfe. Das Leck konnte soweit unter Kontrolle gebracht werden, dass der dänische Frachter aus eigener Kraft am Sonntag in Hammerfest einlaufen konnte.

Umweltschutzorganisationen haben in der Vergangenheit mehrfach auf die Gefahren von Atommülltransporten entlang der norwegischen Küste mit teils schlecht ausgerüsteten Frachtschiffen aufmerksam gemacht. Die "Puma" war laut dem norwegisch-russischen Portal "Barents-Observer" vor über zwei Wochen mit dem Atommüll an Bord von einem slowenischen Hafen aus in Richtung Murmansk aufgebrochen.

Laut der "Süddeutschen Zeitung" sind für die Wintermonate drei Schiffstransporte mit Atommüll aus Deutschland nach Russland geplant. Dabei soll es sich um insgesamt 951 verbrauchte Brennstäbe aus dem ehemaligen DDR-Versuchsreaktor Rossendorf handeln. Schlussdestination des radioaktiven Mülls ist die zentrale russische Atomlagerstätte und Aufbereitungsanlage Mayak im südlichen Ural. Im Oktober hatte es Berichte über Geheimtransporte auf der Nordatlantik-Route von aus Atomwaffen stammenden Abfall aus Polen gegeben.
 

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