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Piraten gehen deutscher Marine ins Netz

Gefährliches Manöver

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Piraten gehen deutscher Marine ins Netz

Die deutsche Marine hat im Golf von Aden neun Piraten in Gewahrsam genommen, die zuvor einen Frachter der deutschen Reederei Gebrüder Winter angegriffen hatten. Wie die Hamburger Reederei mitteilte, wurde bei dem Vorfall niemand verletzt. Über das Schicksal der Piraten wird in einem eigens dafür vereinbarten Verfahren auf Regierungsebene entschieden.

Die Fregatte "Rheinland Pfalz" habe den Notruf des Frachters "MV Courier" aufgefangen, teilte die Bundeswehr mit. Das Handelsschiff, das unter der Flagge von Antigua und Barbuda fährt, sei von Piraten mit einer Panzerfaust und Schusswaffen unter Beschuss genommen worden. Daraufhin habe der Kommandant der "Rheinland Pfalz" einen Hubschrauber zu dem rund 50 Seemeilen entfernten Schiff losgeschickt. Auch ein US-Hubschrauber war im Einsatz.

Panzerfaust im Einsatz
Nach Angaben der Reederei feuerten die Piraten zwei Mal mit einer Panzerfaust und schossen mit Maschinengewehren. Sie hätten das Schiff aber verfehlt, das seine Fahrt mit maximaler Geschwindigkeit fortgesetzt habe. Später hätten die Hubschrauber dann die Piraten auf ihrem Boot gestellt.

Die Besatzung der "Rheinland Pfalz" sicherte den Angaben der Bundeswehr zufolge Beweismittel und nahm neun mutmaßliche Piraten in Gewahrsam. Bis voraussichtlich Donnerstag wird darüber entschieden, was mit den Piraten geschieht. Bei ihrem ersten Einsatz vor der Küste Somalias Ende Dezember war Deutschland in die Kritik geraten, weil die Bundeswehr die Piraten lediglich entwaffnet und dann wieder auf freien Fuß gesetzt hatte.

Die Seeräuber sind mit Kalaschnikows bewaffent

Wichtige Handelsstraße
Der Golf von Aden ist eine der weltweit wichtigsten Schifffahrtsstraßen. Nach Angaben der Internationalen Marine-Agentur gab es im vergangenen Jahr 111 Piraten-Angriffe vor der Küste Somalias und im Golf von Aden. Ende Januar wurde ein deutscher Gastanker gekapert, der weiterhin von den Piraten festgehalten wird.

Nach einer Serie von Überfällen auf Schiffe hatte die NATO im Oktober erstmals vier Kriegsschiffe vor die somalische Küste geschickt. Sie sollten in erster Linie Versorgungsschiffe des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen eskortieren. Im Dezember übernahm dann die Europäische Union mit ihrer Mission "Atalanta" für ein Jahr die Aufgabe.

Die Bundeswehr ist im Rahmen der EU-Mission vor der Küste Somalias im Einsatz. Auch den dortigen neuen NATO-Einsatz gegen Piraten will Deutschland mit zwei Schiffen unterstützen.

Fotos: (c) Reuters

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