Einsatz im Himalaya

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"So starb Karl Unterkircher"

Die beiden italienischen Alpinisten Simon Kehrer und Walter Nones haben nach ihrer Rettung vom Nanga Parbat in einer Internet-Videokonferenz ihre dramatischen Tagen auf dem Berg geschildert. "Das waren keine schönen Tage, aber dank unserer Kraft haben wir es geschafft, gesund und sicher ins Basislager zu gelangen", sagte Nones in der Schaltung aus seinem Hotel im pakistanischen Gilgit, wo er und Kehrer sich zunächst ausruhen wollten. Bei der Videokonferenz am Donnerstag waren sie live mit dem Team "Everest-K2-Cnr" verbunden, das die Rettung von Italien aus koordiniert hatte.

Am Freitag sollten die beiden Bergsteiger nach Islamabad geflogen werden und von dort aus die Heimreise antreten. In Italien werden sie voraussichtlich am Samstag oder Sonntag ankommen, berichteten italienische Medien.

So starb Unterkircher
Nones und Kehrer, die ihrem toten Freund ein Denkmal am Fuß des Nanga Parbats setzten, erzählten auch vom Unfall ihres Kletter-Kollegen Karl Unterkircher, der bei der Besteigung des 8.126 Meter-Riesen im Himalaya über die bisher noch nicht erklommene Rakhiot-Eiswand abgestürzt war. Unterkircher sei im tiefen, weichen Schnee etwa 15 Meter tief in eine Felsspalte gefallen, sagten sie.

"Dabei ist er mehrmals gegen die Felsen geschlagen. Wir haben ihn fast sofort gefunden, aber wir sahen gleich, dass wir ihm nicht mehr helfen konnten." Die Leiche Unterkirchers wird nach den Worten von Agostino da Polenza, der von Italien aus die Rettung geleitet hatte, am Nanga Parbat bleiben. "Wir müssten andere Leben riskieren, um ihn zu bergen und das ist unmöglich. Ich bin sicher, dass auch Karl es so gewollt hätte."

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Tagelang gefangen im Himalaya
Kehrer und Nones saßen wegen schlechtem Wetter tagelang auf dem Berg fest. Die Wetterbesserung am Donnerstag nutzten die Alpinisten zum Abstieg auf rund 6.000 Meter Höhe, wo der Hubschrauber der pakistanischen Flugrettung sie nacheinander aufnehmen konnte.

Simon Kehrer und Walter Nones sollen um 7.45 Uhr (Ortszeit/3.45 Uhr MESZ) den Abstieg von 6.600 Metern Höhe begonnen haben, wo sie festsaßen. Maurizio Gallo vom italienischen Rettungsteam erzählt, dass die beiden mit Skiern unterwegs waren, als sie von den Suchtruppen gesichtet wurden.

Die Alpinisten waren am Dienstag vergangener Woche bei der Besteigung des 8.125 Meter hohen Nanga Parbat im pakistanischen Teil des Himalaya von schlechtem Wetter überrascht worden. Der bekannte Alpinist Karl Unterkircher, der erfahrenste der drei Bergsteiger, war dabei abgestürzt. Nach pakistanischen Angaben besteht für ihn keine Hoffnung mehr.

Der Nanga Parbat ist mit 8.126 Metern der neunthöchste Berg der Welt. Sein Name in der Landessprache Urdu bedeutet "Nackter Berg". Wegen gescheiterter deutscher Expeditionen mit mehreren Opfern in den 30er Jahren wird der Nanga Parbat auch "Schicksalsberg der Deutschen" genannt. Der Bruder Reinhold Messners, Günther Messner, starb 1970 am Nanga Parbat.

Foto: (c) APA

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