So war die Eishölle

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Südtiroler Bergsteiger hatten Halluzinationen

Die italienischen Bergsteiger Simon Kehrer und Walter Nones hatten vom Tod ihres Expeditionsleiters am Nanga Parbat bis zu ihrer Rettung neun Tage später mit Halluzinationen zu kämpfen. "Wir hörten manchmal Hubschraubergeräusche, obwohl da gar keine waren", sagte Nones dem Hamburger Magazin "Stern" laut Vorabbericht vom Mittwoch. Sie hätten gehofft, mit Hilfe des vermeintlich gehörten Hubschraubers den in eine Gletscherspalte gestürzten Karl Unterkircher bergen zu können. Nachts hätten sie das Gefühl gehabt, jemand schleiche um ihr Zelt.

Neun Tage in Eis-Hölle
Nach neun Tagen in den eisigen Höhen des Berges im Himalaya war den beiden Alpinisten am 24. Juli ein Abstieg von 6.600 auf 5.700 Meter gelungen, wo ein Hubschrauber sie an Bord nahm.

Bei ihrem Aufstieg auf den 8.125 Meter hohen Nanga Parbat hätten sie nur ein Seil dabei gehabt, erzählte der 29-Jährige Kehrer dem Magazin. Zwar hätten sie vor der Expedition darüber diskutiert, mehrere mitzunehmen - sich aber aus Gewichtsgründen dagegen entschieden. So hätten sie beim Rettungsversuch nach dem Sturz des 37-jährigen Unterkircher kostbare Zeit verloren. "Hätten wir doch zwei Seile mitgenommen, dann wäre ich schneller bei ihm gewesen, dann hätte ich vielleicht noch was tun können", sagte Kehrer. Stattdessen habe er sich mit aufgeschnittenen und aneinandergeknoteten Seilschlaufen abgeseilt, was "quälend langsam" gegangen sei.

30 Minuten gebuddelt
In der Spalte habe er zunächst "wie ein Verrückter" mit den Händen nach Unterkircher gebuddelt, sagte Kehrer weiter. Erst nach etwa 30 Minuten sei er auf den Rucksack des Freundes gestoßen, der unter Schnee- und Eismassen verschüttet war. Er habe Kopf und Oberkörper des Verunglückten ausgegraben. "Als ich Karls Gesicht gesehen habe, wusste ich, dass da nichts mehr zu machen ist. Ich habe auch keinen Puls mehr gespürt." Die Leiche des Expeditionsleiters hatte aus der Gletscherspalte in 7.000 Metern Höhe nicht geborgen werden können.

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