Technische Panne bei Technische Panne bei

Weltjugendtag

© Reuters

 

Technische Panne bei "Kreuzigung" Jesu in Sydney

In historischen Gewändern stellten Schauspieler am Freitag unter anderem vor dem berühmten Opernhaus der australischen Metropole Szenen des Kreuzwegs nach. Nach einem Treffen mit Vertretern verschiedener Religionen rief Benedikt XVI. alle religiösen Menschen auf, sich im Verzicht auf Gewalt zu einen.

Die aufwändige Inszenierung des Kreuzwegs verwandelte Sydney in eine Bühne des Glaubens. Der Papst eröffnete die Aufführung in der Früh mit einem Gebet vor der St. Mary's Cathedral, den weiteren Verlauf verfolgte der 81-Jährige an einem in der Krypta aufgestellten Fernsehschirm. Zehntausende Zuschauer sahen das mehrere Stunden dauernde Schauspiel vor dem Hintergrund berühmter Sehenswürdigkeiten. Höhepunkt war bei Anbruch der Dunkelheit am Hafen von Sydney die Kreuzigung Jesu, die der mit künstlichem Blut geschminkte australische Christus-Darsteller Alfio Stutio mit schmerzverzerrtem Gesicht nachstellte.

Defekt bei der "Kreuzigung"
Für Aufregung sorgte kurze Zeit ein defekter Generator. Just in dem Augenblick, als der Christus-Darsteller vor 150.000 Pilgern am Kreuz festgebunden werden sollte, bildete sich eine dicke Rauchwolke. Nach Angaben der Organisatoren gab es jedoch kein Feuer, nur ein bisschen Dampf war entwichen.

Vor der Aufführung ging die Polizei vor der St. Mary's Kathedrale gegen sieben Demonstranten der Opferorganisation "Broken Rites" vor. Diese wollten vom Papst eine Entschuldigung wegen der sexuellen Misshandlungen mehrerer Australier durch katholische Priester fordern. Der Papst hatte auf dem Flug nach Australien angedeutet, sich bei den Opfern entschuldigen zu wollen. Ein Sprecher hatte diese Aussage jedoch wieder relativiert. Benedikt XVI. wollte sich möglicherweise am Samstag bei einem Treffen mit dem australischen Klerus zu dem Thema äußern. Zum Abschluss des Weltjugendtages am Sonntag will Benedikt XVI. vor 500.000 Menschen in Sydney die Messe feiern.

Dialog mit anderen Religionen
Am zweiten Tag seiner Teilnahme am Weltjugendtag führte Benedikt XVI. auch Gespräche mit Vertretern verschiedener Religionen. Der Glaube spiele eine besondere Rolle für den Erhalt des Friedens und die Einigung der Menschen, sagte der Papst nach dem Treffen mit Würdenträgern des Islam, des Judentums, des Hinduismus und des Buddhismus. In einer von "finsterer und wahlloser Gewalt" bedrohten Welt müssten die vereinten Stimmen aller Gläubigen darauf hinwirken, Konflikte mit friedlichen Mitteln zu lösen.

Zuvor hatte der Papst Vertretern anderer christlicher Glaubensrichtungen aufgerufen, in einem "aufrichtigen Dialog" Meinungsverschiedenheiten zu überwinden. Die ökumenische Bewegung befinde sich an einem Wendepunkt, sagte Benedikt XVI., ohne dies näher zu erläutern.

Anglikanische Kirche in der Krise
Insbesondere die anglikanische Kirche befindet sich derzeit in der Krise. Sie ist insbesondere in der Frage gespalten, ob Frauen und praktizierende Homosexuelle Bischöfe werden dürfen. In Australien wurden bereits zwei Frauen zu anglikanischen Bischöfen geweiht. Auf der "Lambeth Conference" im britischen Canterbury versuchen derzeit rund 650 Bischöfe der anglikanischen Weltgemeinschaft, die Differenzen beizulegen. Diese wird allerdings von rund 250 konservativen Bischöfen - darunter auch mehrere aus Australien - boykottiert.

Foto (c): Ezra Shaw/Getty Images

Diesen Artikel teilen:

Postings (0)

Postings ausblenden

Posten Sie Ihre Meinung

Anzeigen

Werbung

Top Gelesen 1 / 5
Suche nach Maddie: Schock für McCanns
Verzweiflung Suche nach Maddie: Schock für McCanns
Die kleine Madeleine verschwand vor mehr als neun Jahren spurlos. 1
Das sollten Sie bei Subway niemals bestellen
Mitarbeiter packt aus Das sollten Sie bei Subway niemals bestellen
Ein Mitarbeiter enthüllte, welche Produkte empfehlenswert sind - und welche nicht. 2
Vladimir Putin in Florida verhaftet
US-Medien jubeln Vladimir Putin in Florida verhaftet
Der Polizei in West Palm Beach ging offenbar ein ganz dicker Fisch ins Netz. 3
Nobel-Wirt wirft Frauen raus, weil sie Muslimas sind
Skandal in Frankreich Nobel-Wirt wirft Frauen raus, weil sie Muslimas sind
„Leute wie euch will ich nicht haben“, hat der Mann zu den beiden Frauen gesagt. 4
Bomben-Alarm am Frankfurter Flughafen
Entwarnung nach Evakuierung Bomben-Alarm am Frankfurter Flughafen
Eine Frau mit zwei Kindern soll Sprengstoff-Alarm ausgelöst haben. Mittlerweile wurde Entwarnung gegeben. 5
Die neuesten Videos 1 / 10
Großfamilie zweimal illegal eingewandert - darf bleiben
Zuerst abgeschoben Großfamilie zweimal illegal eingewandert - darf bleiben
Ein Zusammenbruch der Mehrfach-Mutter ermöglicht den legalen Aufenthalt.
Sex-Opa wird verhaftet
Pervers Sex-Opa wird verhaftet
Polizisten nahmen den Perversen schließlich fest und schützen ihn vor der "Lynchjustiz".
Die Zukunft der Elektronik
Elektronikmesse IFA Die Zukunft der Elektronik
Auch Augmented und Virtual Reality werden in diesem Jahr wieder großes Thema sein.
Frankfurter Flughafen zeitweise evakuiert
Deutschland Frankfurter Flughafen zeitweise evakuiert
Einer Frau war es gelungen, unkontrolliert in den Sicherheitsbereich gelangen. Eine Gefahr bestand nach Angaben der Polizei aber nicht.
Bürger klagen gegen CETA
Deutschland Bürger klagen gegen CETA
Das Freihandelsabkommen verstoße gegen das Grundgesetz, so die Begründung.
Die größte Sorge der Österreicher
Sorgen der Österreicher Die größte Sorge der Österreicher
Zuwanderung ist für die Österreicher die größte Herausforderung. Das hat eine internationale Studie von GfK ergeben.
Whatsapp schmeißt alte Betriebssysteme raus
Altes weicht Neuem Whatsapp schmeißt alte Betriebssysteme raus
Erstmals wird auch ein iPhone nicht Whatsapp tauglich sein.
Vereinbarte Waffenruhe
Türkei-Syrien Vereinbarte Waffenruhe
Die Türkei war von Norden her in das Bürgerkriegsland Syrien eingerückt, um dort den IS zu bekämpfen und gleichzeitig zu verhindern, dass Kurdengruppen die Kontrolle über die Region erhalten.

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.