22 Tote bei Bombenexplosion in Lahore

Pakistan

© Reuters

22 Tote bei Bombenexplosion in Lahore

Bei einem Selbstmordanschlag vor dem Obersten Gericht der pakistanischen Großstadt Lahore sind am Donnerstag mindestens 22 Menschen getötet worden. Der Täter brachte den Sprengsatz inmitten einer Gruppe von Polizisten zur Explosion, die in Erwartung einer Kundgebung oppositioneller Anwälte vor dem Gerichtsgebäude stationiert waren. Mehr als 50 Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt.

Vor Absperrung in die Luft gesprengt
Der Täter sei zu einer Absperrung der Polizei gelaufen und habe sich dort in die Luft gesprengt, teilte Einsatzleiter Aftab Cheema mit. Bei den Toten handle es sich um 20 Polizisten und zwei Passanten. Der Anschlag ereignete sich nach seinen Angaben etwa eine Viertelstunde vor Beginn der geplanten Kundgebung. Rund 200 Anwälte befanden sich noch in dem Gerichtsgebäude, weitere Teilnehmer der Kundgebung gegen die Regierung von Präsident Pervez Musharraf waren auf dem Weg zum Veranstaltungsort.

Die Wucht der Explosion löste zahlreiche Tränengasbehälter aus, die von den Polizisten mitgeführt wurden. Dies erschwerte es Passanten in den ersten Minuten nach der Explosion, sich um die Verletzten zu kümmern, wie Augenzeugen berichteten. Die Polizei riegelte den Tatort ab und rief Schaulustige auf, sich besser ins Krankenhaus zu begeben, um Blut zu spenden, anstatt den Einsatz zu behindern.

Hilfe-Rufe
Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP berichtete, er habe Verletzte gesehen, die in einer Blutlache liegend um Hilfe gerufen hätten. Einem Mann, bei dem es sich möglicherweise um den Selbstmordattentäter handle, sei der Kopf abgerissen worden.

Staatschef Pervez Musharraf verurteilte den Anschlag und bekräftigte seine Entschlossenheit, den Kampf gegen Terrorismus und Extremismus fortzusetzen. Die Behörden vermuten, dass der Anschlag von Tätern aus dem Umkreis der Taliban und des Terrornetzwerks Al Kaida verübt wurde. Am Freitag beginnt der islamische Monat Muharram, in dem es in Pakistan wiederholt zahlreiche Bombenanschläge sowie Zusammenstöße zwischen Sunniten und Schiiten gegeben hat.

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