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4 Verdächtige nach Anschlag auf Luxushotel gefasst

Afghanistan

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4 Verdächtige nach Anschlag auf Luxushotel gefasst

Nach dem Taliban-Angriff auf das einzige Luxushotel Afghanistans hat die Polizei am Dienstag vier Verdächtige festgenommen. Bei dem Anschlag waren am Montag mindestens sieben Menschen getötet worden, zu ihm bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Die genaue Zahl der Todesopfer war am Dienstag noch nicht klar.

Sprengstoffe-Weste nicht gezündet
Unter den Festgenommenen sei auch einer der mutmaßlichen Angreifer, der seine mit Sprengstoff gefüllte Weste "aus bisher ungeklärten Gründen" nicht gezündet habe, erklärte der Chef des afghanischen Geheimdienstes, Amrulla Sala. Insgesamt seien am Sonntagabend drei Angreifer mit Sprengstoff-Westen in das Fünf-Sterne-Hotel Serena eingedrungen, sagte Sala. Einer von ihnen hätte eine Explosion ausgelöst, ein zweiter sei von den Sicherheitskräften zuvor erschossen worden. Ein vierter Mann hatte die Attentäter nach Angaben des Geheimdienstes zum Hotel gebracht. Dieser sei mit zwei Komplizen im Versteck der Attentäter in Kabul festgenommen worden.

"Wir haben die Planer dieses terroristischen Anschlages gefangen genommen", sagte Sala. Der Geheimdienst beschuldigte Siraj Hakkani, einen bekannten Aufständischen, der in der pakistanischen Stammesregion Nord Waziristan vermutet wird, den Anschlag auf das Hotel geplant zu haben. Die US-Streitkräfte habe 200.000 Dollar (134.273 Euro) Belohnung für Hinweise zu einer Ergreifung ausgesetzt.

Anschlag auf Luxushotel
Mutmaßliche Taliban-Kämpfer haben bei einem Selbstmordanschlag auf ein Luxushotel in Kabul mindestens neun Menschen in den Tod gerissen. Sechs Personen wurden verletzt, wie das afghanische Innenministerium weiter mitteilte. Im "Serena"-Hotel fand am Abend eine Konferenz mit dem norwegischen Außenminister Jonas Gahr Störe statt, als vier schwer bewaffnete Kämpfer das Gebäude angriffen. Unter den Verletzten sind zwei Norweger, Minister Störe blieb unversehrt. Der Minister bricht seinen Afghanistan-Besuch ab und reist nach Norwegen zurück. Der Anschlag werde aber nichts am norwegischen Afghanistan-Einsatz mit derzeit 450 Soldaten ändern.

Handgranaten und Schüsse
Vier Kämpfer mit Sprengstoffwesten hätten das Fünf-Sterne-Hotel "Serena" angegriffen, sagte Taliban-Sprecher Zabeehullah Mujahed. Einer von ihnen habe sich in die Luft gesprengt, die anderen hätten mehrere Salven aus Schusswaffen abgegeben, Handgranaten geworfen und seien dann geflohen. Ein Angreifer wurde nach Angaben des Innenministeriums erschossen. Unter den Todesopfern war nach Angaben des Außenministeriums in Washington mindestens ein US-Bürger.

Zweite Explosion am Hoteleingang
Laut dem Sprecher des afghanischen Innenministeriums, Semarai Bashari, ereignete sich am Hoteleingang ein Selbstmordattentat, dem eine zweite Explosion sowie Gewehrfeuer folgten. Berichten zufolge hielten sich einige der Angreifer noch in dem Hotel auf. Alle Räume seien durchsucht worden und würden weiter durchsucht, versicherte Bashari. "Die Lage ist unter Kontrolle."

Norwegischer Journalist unter den Toten
Die norwegische Zeitung "Dagbladet" berichtete auf ihrer Website, einer der Verletzte sei ihr Korrespondent Carsten Thomassen. Wie in Oslo mitgeteilt wurde, starb der norwegische Journalist an den Folgen von Schusswunden.

Präsident drückte Besorgnis aus
Außenminister Störe sagte dem Fernsehsender TV-2, er habe das Treffen im "Serena" gerade eröffnen wollen, als sich die Explosionen ereigneten. Alle Teilnehmer seien angewiesen worden, sich auf den Boden zu legen. Sicherheitskräfte hätten sie anschließend in Sicherheit gebracht. Der afghanische Präsident Hamid Karzai habe seine Besorgnis wegen des Anschlags ausgedrückt und Unterstützung angeboten, erklärte Störe weiter.

Zeugen berichten von mehreren Leichen
Eine amerikanische Augenzeugin erklärte, sie habe die Leiche einer Frau gesehen, als sie und weitere Frauen in Sicherheit gebracht worden seien. Eine zweite Amerikanerin sagte, sie glaube, eine Leiche und mehrere Blutlachen in der Eingangshalle des Hotels gesehen zu haben. Drei Ausländer seien verletzt worden.

"Komplettes Chaos"
Ein norwegischer Fotograf berichtete, die Attentäter hätten mehrere Bomben gezündet. "Es war komplettes Chaos", sagte Stian Solum dem Sender NRK. Der Journalist Tor Arne Andreassen von der Zeitung "Aftenpostens" sagte, eine Hotelangestellte sei schwer verletzt worden. Die Frau habe wohl nicht überlebt, wurde Andreassen auf der Website der Zeitung zitiert. Das ganze Gebäude habe gebebt und er habe gesehen, wie auf die Wachposten am Eingangstor Schüsse abgegeben worden seien.

Die Explosion war so stark, dass sie fast in der ganzen Stadt zu spüren war. Die Polizei sperrte das Gebiet weiträumig ab. Rettungswagen und US-Soldaten in Panzerwagen eilten zu dem Hotel.

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