Bürger sollen Illegale anzeigen

"Weiße Weihnacht"

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Bürger sollen Illegale anzeigen

Der Bürgermeister einer kleinen Gemeinde in der Lombardei hat seine Mitbürger zur Anzeige illegaler Migranten aufgerufen. In einer öffentlichen Erklärung werden die Bürger der 1.800-Seelen-Gemeinde San Martino dall'Argine in der Nähe Mantuas aufgerufen, dem Bürgermeister solche Personen zu melden.

"Wir wollen kontrollieren, dass keine Wohnungen an Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung vermietet werden und dass Ausländer nicht schwarz beschäftigt werden", sagt Bürgermeister Alessandro Bozzoli, der an der Spitze einer Mitte-Rechts-Allianz steht.

Die Initiative des Bürgermeisters löste Entrüstung auf. "Die Bürger werden zum Verrat aufgehetzt", protestierten Vertreter der oppositionellen Mitte-Links-Allianz.

"Weiße Weihnacht"
Der Fall hat hitzige Diskussionen ausgelöst, nachdem die norditalienische Gemeinde Coccaglio im Herzen der Lombardei wegen ihrer Ausländerpolitik heftig unter Beschuss geraten ist. Das 7.000-Seelen-Dorf östlich von Mailand hat eine Kampagne gestartet, um festzustellen, ob die rund 1.500 Migranten, die sich in Coccaglio aufhalten, legal in der Gemeinde leben. Kontrollen wurden bei jenen Ausländern durchgeführt, deren Aufenthaltsgenehmigungen in den vergangenen Wochen ausgelaufen sind.

"Weiße Weihnacht" wurde die Kontrollserie genannt, da sie bis zum 25. Dezember abgeschlossen werden soll. "Wir wollen Ordnung sicherstellen. Weihnachten ist ein Fest der christlichen Tradition und unserer Identität", meinte der Bürgermeister. Seit dem 25. Oktober seien 150 Ausländer kontrolliert worden, die Hälfte davon seien illegal. Andere Gemeinden unter Verwaltung der Lega in der Lombardei wollen sich an der Operation "Weiße Weihnacht" ein Beispiel nehmen.

Die italienische Regierung hat vor einigen Monaten ein strenges Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der illegalen Migration verabschiedet. Damit wurde erstmals in Italien das Vergehen der illegalen Migration als Straftat eingeführt.

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