Erstmals fahren Züge zwischen Nord- und Südkorea

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Erstmals fahren Züge zwischen Nord- und Südkorea

An der Grenze zwischen Nord- und Südkorea ist am Dienstag die erste regelmäßige Zugverbindung zwischen beiden Staaten seit mehr als 50 Jahren aufgenommen worden. Ein Güterzug mit zehn Waggons fuhr um 08.30 Uhr Ortszeit über die Grenze zum Bahnhof Panmun in Nordkorea und kehrte später wieder in den Süden zurück. Diese Fahrt soll einen täglichen Frachtverkehr zwischen den beiden jahrzehntelang verfeindeten Ländern einleiten. Dies gilt als erster greifbarer Erfolg des historischen Korea-Gipfels vom Oktober.

Derzeit nur Vorteile für Bahnpersonal
"Damit ist ein Traum wahrgeworden", sagte Lokführer Shin Jan Chul: "Ich bin so froh, diesen Zug nach Norden zu fahren, wo meine Eltern geboren sind." Die Güterzüge verkehren künftig auf der 20 Kilometer langen Strecke zwischen den Städten Munsan im Süden und Bongdong im Norden. Am Dienstag waren die Waggons auf dem Weg nach Norden mit Bordsteinen und Rohmaterial für die Schuhproduktion beladen. In den Süden zurück kehrten sie mit Schuhen, Kleidung und Maschinen, die überwiegend im von Südkorea finanziell unterstützten Industriegebiet Kaesong produziert wurden.

Bald neben Güterverkehr auch Personenverkehr
Die Menschen auf beiden Seiten der Grenze hoffen, dass dem Güterverkehr eines Tages ein Personenverkehr folgen wird - und vielleicht sogar der erste Schritt zur Anbindung an Europa über die Trans-China- und Trans-Sibirien-Netzwerke. "Es sieht wie ein bescheidener Start aus, aber es ist der erste Schritt nach Europa durch die Transsibirische Eisenbahn", sagte der Präsident der südkoreanischen Eisenbahngesellschaft Korail, Lee Chul, am Bahnhof Dorasan - dem letzten Halt in Südkorea vor der Grenze. Die letzte regelmäßige Zugverbindung war im Koreakrieg (1950-1953) eingestellt worden.

Die Zugverbindung war auf dem Gipfeltreffen der Staatschefs der beiden koreanischen Staaten im Oktober zusammen mit weiteren Wirtschaftsprojekten beschlossen worden. Sie soll der Annäherung der beiden Staaten dienen, die auch mehr als ein halbes Jahrhundert nach Kriegsende keinen Friedensvertrag geschlossen haben.

Schon im Mai gab es vereinzelte Testfahrten für die Güterzüge über die Grenze hinweg. Der Start einer regelmäßigen Verbindung hatte sich jedoch verzögert, weil notwendige Sicherheitsgarantien der nordkoreanischen Armee auf sich warten ließen. Abgesehen von der symbolischen Bedeutung der Zugverbindung hofft Seoul langfristig auch darauf, mit dem Güterverkehr die Transportkosten für die Fabriken in Kaesong drücken zu können.

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