Slowenien bestätigt Transit von waffenfähigem Uran

Bisher geheim

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Slowenien bestätigt Transit von waffenfähigem Uran

Eine große Ladung hoch angereicherten Urans ist im vergangenen Monat in einem Geheimtransport von Ungarn über Slowenien per Bahn und Schiff nach Russland gebracht worden. Die slowenische Atombehörde bestätigte den Transport am Donnerstag. Es habe sich um Atommüll aus einem Forschungsreaktor in Budapest gehandelt. Das Material hätte für den Bau von "mehreren Atombomben" ausgereicht, so die Behörde weiter. Das Internetportal 24ur.com berichtete von 170 Kilogramm reinen Urans, genug zum Bau von sechs Atombomben.

Die gefährliche Ladung wurde im slowenischen Adriahafen Koper auf ein russisches Schiff verladen, das sie nach Murmansk beförderte. Von dort ging die Reise weiter per Bahn in die sibirische Verarbeitungsanlage in Mayak. Kenneth Baker von der US-Atomsicherheitsbehörde NNSA begründete den Transport mit den schlechten Sicherheitsvorkehrungen im Budapester Reaktor. "Dort gibt es einen Zaun und einen Sicherheitsmann. Das (Uran, Anm.) hätte man nicht dort lassen sollen", sagte Baker.

Geheimhaltung wegen internationalem Vertrag
Der Chef der slowenischen Atomschutzbehörde, Andrej Stritar, sagte dem nationalen Rundfunk, Informationen über den Uran-Transport hätten "einem internationalen Vertrag zufolge" bis zur Ankunft der Ladung am Ziel in Russland geheim gehalten werden müssen. Der Transport wurde von den USA finanziert und mitorganisiert. Laut 24ur.com dauerte die gesamte Operation einen Monat.

Das hoch angereicherte Uran stammt noch aus der Zeit des Kalten Krieges. Die Fracht sei aus Budapest per Bahn in 13 Spezialcontainern von je 8,5 Tonnen unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen und ohne Stopp durch Slowenien transportiert worden. Slowenien hat laut Stritar alle notwendigen Zustimmungen für diesen Transport gegeben. Es habe dabei keine Probleme gegeben. "Der Weg über Slowenien wurde deshalb gewählt, weil die Reise über die Ukraine als zu gefährlich eingestuft wurde", sagte Stritar.

Terroristen nukleares Material entziehen
Laut Baker erfolgte der Transport im Rahmen eines gemeinsamen russisch-amerikanischen Sicherheitsprogramms. Dieses habe zum Ziel, nukleares Material dem Zugriff von Terroristen zu entziehen. Bisher seien 15 ähnliche Aktionen in elf Staaten durchgeführt worden. Dabei habe man rund 800 Kilogramm gefährlichen Materials gesichert. Das slowenische Umweltministerium betonte, dass der Transport nicht nur von einer Sondereinheit der Polizei begleitet wurde, sondern auch von Strahlenschützern.

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