Spuren der CIA-Agenten nach Wien

Fall el-Masri

© AFP PHOTO GERARD CERLES

Spuren der CIA-Agenten nach Wien

Das berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe.

13 Haftbefehle gegen CIA-Mitarbeiter
Vergangene Woche stellte die Staatsanwaltschaft München gegen 13 Mitarbeiter des US-amerikanischen Geheimdienstes Haftbefehle aus. Sie sollen 2004 an der Entführung des deutschen Staatsbürgers Khaled El-Masri nach Afghanistan beteiligt gewesen sein. Bereits zuvor hatte die italienische Justiz Haftbefehle gegen 26 CIA-Agenten beantragt, die 2003 den Mailänder Imam Abu Omar nach Ägypten verschleppt haben sollen.

Zwei Agenten in Österreich tätig
Zwei dieser Geheimdienstmitarbeiter waren laut "profil" im Sommer 2002 auch in Österreich tätig - darunter eine Agentin, die sich am Montag, den 3. Juni 2002, am Flughafen Wien-Schwechat mit einem auf den Namen Cynthia Dame Logan ausgestellten amerikanischen Reisepass, Nummer 016430730, und einem Business-Class-Ticket für den Austrian Airlines Flug OS 93 nach Washington legitimierte. Gleichzeitig hielt sich einem Bericht der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" zufolge auch ein unter dem Namen L. George Purvis bekannter CIA-Mitarbeiter in Wien auf.

Beide werden von der Staatsanwaltschaft Mailand mit der wenige Monate später durchgeführten Verschleppung von Abu Omar in direkten Zusammenhang gebracht. Purvis soll geholfen haben, den als Islamisten verdächtigen Geistlichen in ein Auto zu zerren, Logan soll das Kidnapping-Opfer anschließend zur US-Luftwaffenbasis Aviano gebracht haben.

Weitere Auffälligkeiten
Welchen Aufträgen die beiden in Österreich nachgingen, ist derzeit noch unbekannt. Auffällig ist jedoch, dass im zeitlichen Zusammenhang mit der Verschleppung von Abu Omar der in Österreich lebende Sudanese Omar Behari in Jordanien verhaftet und monatelang verhört worden ist. Seine Vernehmer zeigten sich erstaunlich gut über die Moslem-Szene in Wien informiert.

Freigelassen
Der deutsche Staatsbürger El-Masri war Ende 2003 an der Grenze zu Mazedonien inhaftiert und in ein US-Gefängnis nach Afghanistan verschleppt worden. Er wurde im Mai 2004 wieder freigelassen, nachdem sich ein Terrorverdacht als unzutreffend erwiesen hatte. Mit dem Fall befasst sich auch der Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages zum Anti-Terror-Kampf in Berlin.

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