US-Geheimdienste prophezeien Niedergang der USA

Düstere Prognose

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US-Geheimdienste prophezeien Niedergang der USA

Die USA werden nach Einschätzung der Geheimdienste des Landes über die kommenden beiden Jahrzehnte einen spürbaren wirtschaftlichen und politischen Machtverlust erleiden. "Die Vereinigten Staaten sind dann noch immer wichtigste Großmacht, aber weniger beherrschend", heißt es in einer am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten Studie des Nationalen Geheimdienst-Rats (NIC), dem Zentrum für mittel- und langfristige Prognosen.

China und Indien streben auf
Bis 2025 werden demnach die USA angesichts der Konkurrenz aufstrebender Staaten wie China oder Indien nur noch "einer von einer ganzen Reihe wichtiger Akteure auf der Weltbühne sein". Gleichzeitig warnt das Papier vor wieder aufflammenden internationalen Konflikten um Rohstoffe wie Öl oder Trinkwasser.

Den gesamten Bericht "Global Trends 2025: A Transformed World" finden Sie hier (auf Englisch).

"Das internationale System wie es nach dem Zweiten Weltkrieg konstruiert wurde, wird 2025 beinahe nicht wiederzuerkennen sein", heißt es in der rund 120-seitigen Prognose-Studie. Grund sei vor allem der Aufstieg der Schwellenländer, die Globalisierung der Wirtschaft und ein historischer Transfer von Wohlstand und wirtschaftlicher Macht vom Westen in den Osten. Der Abstand zwischen Industrie- und Entwicklungsländern werde sich zusehends verringern. Statt sich dem Westen anzupassen, hätten Länder wie Brasilien, Russland, China oder Indien sehr viel Freiheit, eigene politische Prioritäten zu setzen.

Korruption in Russland
Der Klimawandel wird demnach die landwirtschaftlich nutzbare Saison in Russland und Kanada verlängern und den Zugang zu Ölvorkommen im hohen Norden erleichtern und damit die Wirtschaft beider Länder stärken. Russlands möglicher Aufstieg zur Weltmacht werde jedoch erschwert durch zögerliche Investitionen in den Energiesektor sowie die andauernde Kriminalität und die Korruption in Behörden. Die Geheimdienstexperten warnen außerdem davor, dass das organisierte Verbrechen schließlich die Herrschaft in einem Staat in Ost- oder Mitteleuropa an sich reißen könnte. Den Namen des Landes nennt der Bericht nicht.

Länder in Afrika und Südasien könnten laut Prognose unregierbar werden. Die Weltbevölkerung werde immer stärker um Nahrungs-, Wasser-und Energieressourcen konkurrieren.

Verschwunden geglaubte Konflikte wie um Rohstoffe könnten sich angesichts dieser Entwicklung neu entzünden, befürchten die Geheimdienste. Im schlimmsten Fall könne es zu Kriegen zwischen Staaten kommen, wenn Regierungen den Zugang etwa zu Energiequellen als überlebenswichtig betrachteten. Auch wachse die Gefahr eines Einsatzes von Atomwaffen angesichts der Verbreitung von Nukleartechnik und dem entsprechenden Wissen.

Al-Kaida zerfällt
Der Bericht geht weiter davon aus, dass das Terrornetzwerk Al Kaida "schneller als die Leute glauben" zerfällt. In muslimischen Ländern werde Al Kaida immer unpopulärer, heißt es. Ein nicht-arabisches Land außerhalb des Nahen Ostens könnte zu geopolitischer Bedeutung heranwachsen. Auch der Iran könnte eine zentrale Figur in einer neuen Weltordnung werden, wenn das Land seine theokratische Staatsform abstreife.

Der NIC veröffentlicht den Bericht über globale Trends alle vier, fünf Jahre. Dazu werden Hunderte Geheimdienst-Analysten und außenstehende Experten nach ihren Einschätzungen für die nahe Zukunft befragt. An dem Bericht "Global Trends 2025" wurde ein Jahr lang gearbeitet.

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