21. November 2008 20:45
Der Entwurf für ein neues Glücksspielgesetz, den Finanzminister Wilhelm
Molterer knapp vor Ende seiner Amtszeit in die Begutachtung gegeben hat,
empört die bwin-Chefs Norbert Teufelberger und Manfred Bodner. Kernpunkt der
Kritik: Der Gesetzesvorschlag sei genau auf den Monopolisten Casinos Austria
und den Automatenkonzern Novomatic zugeschnitten. Private Anbieter von
Internet-Glücksspiel sollen verboten bleiben. „Das ist verfassungs- und
europarechtswidrig“, sagt Teufelberger und verweist auf mehrere
Gerichtsurteile auch aus Österreich, welche die Legalität von
Online-Anbietern bestätigten.
800 bwin-Jobs in Wien
Sollte das Gesetz in der geplanten Form in
Österreich durchgehen, „werden wir hier möglicherweise keine Technologie
mehr entwickeln“, stellt Teufelberger in den Raum. Bwin beschäftigt in Wien
mehrere hundert IT-Entwickler, insgesamt hat das Unternehmen hier 800
Mitarbeiter.
Besonders ärgerlich finden es Bodner und Teufelberger, dass bwin in die
Diskussion der Gesetzesnovelle nicht einmal einbezogen wurde. Sie haben von
Experten einen alternativen Gesetzesvorschlag erarbeiten lassen, der nächste
Woche ans Finanzministerium geht. Bwin wäre im Übrigen durchaus bereit, für
die in Österreich generierten Umsätze hierzulande Steuern zu zahlen – wenn
die Gesetzeslage im Sinne der Marktöffnung reformiert werde.
Neue Projekte
Ausbauen wird bwin in den nächsten Wochen sein
Live-Wetten-Angebot. Außerdem kommt Anfang 2009 die Prepaid-Karte Cactus,
mit der man Guthaben vom bwin-Konto am Bankomat beheben oder in diversen
Shops einkaufen kann. Basis dafür ist die eMoney-Lizenz, die bwin seit März
2008 in Großbritannien besitzt und in andere EU-Länder portieren lässt.