06. Juli 2008 17:21

Zwei Euro pro Liter 

Spritspreise steigen munter weiter

Autofahrer müssen mit weiteren Preissteigerungen beim Sprit rechnen.

Spritspreise steigen munter weiter
© DPA

Bei einem Rohölpreis von 200 Dollar erwartet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) je nach Dollarkurs einen Benzinpreis von knapp unter oder knapp über zwei Euro je Liter. "Bei dem jetzigem Wechselkurs wären es 1,95 Euro pro Liter Super", sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert dem "Tagesspiegel". "Bei der erwarteten Verbesserung des Dollarkurses wären es über zwei Euro."

Die Allianz rechnet in den nächsten zwei Jahren mit einem Anstieg des Ölpreises auf mindestens 200 Dollar, wie Vorstandsmitglied Joachim Faber dem "Tagesspiegel" sagte.

Gas um 20 Prozent teurer
Sollte der Ölpreis auf 200 Dollar pro Fass steigen, "müssten Autofahrer für einen Liter Super 1,95 Euro (Preis in Deutschland, Anm.) zahlen", sagte Kemfert auch der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". Zugleich wies sie dort auf eine weitere mögliche Preisrunde beim Gas hin. "Beim aktuellen Preisniveau würde Gas bis zum Herbst noch mal bis zu 20 Prozent teurer".

"Ich kann nicht sehen, wie wir nach dem Jahr 2010 längerfristig einen Ölpreis von unter 200 Dollar haben können", sagte Allianz-Vorstandsmitglied Faber. Faber ist im Konzernvorstand der Allianz für die Tochter Global Investors zuständig, die rund eine Billion Euro verwaltet und damit zu den fünf größten Vermögensverwaltern der Welt gehört.

Massives Energie sparen angesagt
Der Chef der Deutschen Energieagentur (DENA), Stephan Kohler, sagte der "B.Z. am Sonntag", "250 Dollar für das Fass sind möglich". Dauerhaft müssten sich die Verbraucher auf über 100 Dollar pro Fass einstellen. "Es liegt aber auch an uns, wohin der Ölpreis geht", sagte Kohler. Wichtig sei es, massiv Energie zu sparen und in alternative Energien zu investieren.

Auch der Exekutivdirektor der Internationalen Energie-Agentur (IEA), Nobuo Tanaka, glaubt nicht an rasch sinkende Ölpreise. Zwar werde sich die Lage am Ölmarkt bis 2009/2010 zunächst entspannen, da neue Förderprojekte die Produktion aufnähmen, sagte Tanaka dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe). Danach werde die Förderung aber sinken und gleichzeitig die Nachfrage steigen, vor allem in den Entwicklungsländern: "Bis 2013 bleibt die Lage am Markt sicher gespannt."




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