Entgeltliche Einschaltung

Überbürokratisierung

21,1 Milliarden Euro im Jahr allein für Bürokratie!

Österreichs Betriebe stöhnen unter der Belastung durch Überbürokratisierung. Es braucht Entlastung, damit die Wirtschaft florieren kann. 

Formulare ausfüllen, Anträge stellen, Meldungen verfassen – und dokumentieren, dokumentieren, dokumentieren: Bürokratie kostet Zeit und Geld. Laut einer Berechnung der KMU Forschung Austria wenden Österreichs Betriebe für bürokratische Aufgaben insgesamt 320 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr auf. In Summe kostet sie das jährlich 21,1 Milliarden Euro. Das bremst Unternehmen bei ihrer eigentlichen Arbeit, behindert Wachstum und schadet damit Österreichs Wettbewerbsfähigkeit.

Im Endeffekt zahlt auch der Konsument drauf. Denn wenn für den Betrieb höhere Kosten entstehen, wirkt sich das unweigerlich auf die Preise aus. Hier gibt es also enormes Einsparungspotenzial: Eine Regierung, die das Budget sanieren und gleichzeitig die Konjunktur ankurbeln will, sollte Betriebe von unnötigen bürokratischen Aufgaben entlasten. Das kostet den Staat nichts und gibt der Wirtschaft mehr Luft zum Atmen.

Einsparungspotenzial

Natürlich lassen sich nicht alle bürokratischen Aufgaben vermeiden. Bilanzerstellung zum Beispiel, oder das Personalwesen. Doch wenn Betriebe aufwändige schriftliche Konzepte für angemessene Abfallvermeidung vorweisen müssen, dann ist immer weniger Raum für Unternehmergeist. Und wenn umständliche Anträge inklusive teurer Gutachten und gewerberechtlicher Verfahren notwendig werden, nur um einen Griller auf der Restaurantterrasse zu errichten, machen sich Frustration, Lähmung und Stillstand breit.

Bürokratie ist ein Riesenproblem für den Standort

In den regelmäßigen Betriebsbefragungen wird die Bürokratie-Belastung durchgängig als eine der Top-Drei-Herausforderungen genannt. Als größte Kostenfaktoren nennen die Betriebe überbordende, extrem komplizierte Regelungen in den Bereichen Buchhaltung und Jahresabschluss, Steuern und Abgaben sowie Lohnverrechnung und Sozialversicherung. In den letzten Jahren hat auch der bürokratische Aufwand rund um Cybersecurity/IT/Datenschutz stark zugenommen.

Kleine Betriebe besonders betroffen

Je kleiner der Betrieb, desto größer ist dabei die Pro-Kopf-Belastung in Sachen Bürokratie. Eine Tischlerei mit fünf Beschäftigten muss zum Beispiel pro Jahr durchschnittlich 725 Arbeitsstunden für bürokratische Aufgaben aufwenden. Das bedeutet, dass ein Mitarbeiter die Hälfte der Zeit nur mit Bürokratie befasst ist. Und ein Ein-Personen-Unternehmen (EPU) muss im Schnitt 250 Arbeitsstunden pro Jahr aufwenden – mehr als sechs Wochen Arbeitszeit also, in denen ein Einzelunternehmer keinen einzigen Euro produktiv verdient.

Österreich ist aber ein klassisches Land der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die 99,7 Prozent aller Betriebe ausmachen. Deshalb sollte bei allen Regelungen das Prinzip „Think Small First” gelten und nicht erst nachträglich Ausnahmen für KMU gefunden werden.

Lesen Sie hier über konkrete – und zum Teil skurrile – Beispiele aus dem Alltag österreichischer Betriebe: Von der „gefährlichen Leiter” und anderen bürokratischen Hürden 
  

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