Gastgarten heuer nicht der große Renner

Hotel- und Gastgewerbe

KV-Verhandlungen abgebrochen

Gewerkschaft: Massive Verschlechterung der Arbeitsbedingungen "inakzeptabel".

Nach drei Verhandlungsrunden sind am Dienstag die Kollektivvertragsverhandlungen für Arbeiter und Angestellte im Hotel- und Gastgewerbe auf Bundesebene abgebrochen worden. Die Wirtschaftskammer Österreich wirft der Gewerkschaft vor, sie würde ein vorteilhaftes Gesamtpaket verhindern. Die Gewerkschaft sieht durch die Forderungen massive Verschlechterungen für die Arbeitnehmer.

Die Arbeitgeberseite wäre zu einer "überproportionalen Anhebung der Löhne und Gehälter" bereit gewesen, so die Fachverbände Gastronomie und Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) am Dienstag in einer Aussendung. Dazu gehörten aber auch zwei Anpassungen im Rahmenrecht, nämlich eine flexiblere Verteilung der Nachtruhezeiten und die Angleichung der Durchrechnungszeiträume. Die Gewerkschaft sei dazu leider nicht bereit gewesen. "Seit Jahren sprechen wir von einer Anpassung der Kollektivverträge. Eine leistungsbezogene Entlohnung braucht aber auch ein Schema, welches die tatsächlichen Arbeitsvorgänge und Gästebedürfnisse abbildet", so die Verhandler auf Arbeitgeberseite.

Von der Gewerkschaft heißt es, die Arbeitgeber hätten die dritte Runde abgebrochen. Deren Verhandler hätten eine Verkürzung der Nachtruhe von elf auf acht Stunden und die Durchrechnungszeiträume, etwa für Überstunden, auf sechs Monate verlängern wollen. Für die rund 200.000 Beschäftigten hätten diese Vorschläge letztlich eine Reallohnkürzung bedeutet. "Die Forderungen der Arbeitgeber sind schlichtweg inakzeptabel, Gespräche über eine Einkommenserhöhung hätte es überhaupt nur gegeben, wenn wir zuvor massiven Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen zugestimmt hätten", so die Verhandlungsführer der Gewerkschaften vida und GPA-djp in einer Aussendung. Gefordert wird eine schrittweise Anhebung von Mindestlohn bzw. Mindestgehalt auf 1.500 Euro sowie angemessene Gehaltserhöhungen für alle Beschäftigten. Nächste Woche sollen weitere Schritte in den Gremien beraten und beschlossen werden. Einen neuen Verhandlungstermin gebe es nicht.