Alter der Corona-Infizierten steigt deutlich an | Im Schnitt 42,2 Jahren

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79 neue Corona-Fälle, 65 davon in Wien

Im 24-Stunden-Vergleich wurden 79 Neuinfektionen in ganz Österreich verzeichnet – davon entfallen jedoch 65 Fälle alleine auf Wien.

Österreichweit. Mit Stand 12.05.2020, 8:00 Uhr, wurden in ganz Österreich insgesamt 15.877 Coronavirus-Infektionen verzeichnet. Als genesen gelten 14.061 Personen. Bis Montagvormittag gab es 620 Todesfälle in Österreich. 347 Personen befinden sich derzeit in Spitalsbehandlung – davon befinden sich 68 Patienten auf Intensivstationen.
 

79 neue Fälle, 65 davon in Wien

 
Im 24-Stunden-Vergleich wurden "nur" 79 neue Corona-Fälle vermeldet, wovon 65 Infektionen auf Wien entfallen. Trotz der Lockerungen des Corona-Lockdowns bleibt man hierzulande ob der Entwicklung der Coronavirus-Kennzahlen durchaus optimistisch. Den hohen Anstieg erklärte der Krisenstab in einer Aussendung mit einem Datenübertragungsproblem eines privaten Labors, wodurch sich auch diagnostizierte Fälle aus Vortagen noch in der Statistik niederschlagen.
 
Gute Nachrichten gibt es bei den Hospitalisierungen. Diese betragen derzeit 97 und sind damit erstmals wieder unter 100 gesunken. 2.081 Personen haben sich inzwischen von Covid-19 erholt. In Wien gab es in den vergangenen 24 Stunden auch keinen weiteren Todesfall zu beklagen - zum fünften Mal in zwei Wochen, wie in der Aussendung betont wurde. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus verstorbenen Personen beträgt demnach weiterhin 144.
 
 
Todesfälle nach Bundesländern: Burgenland (11), Kärnten (13), Niederösterreich (95), Oberösterreich (58), Salzburg (37), Steiermark (136), Tirol (107), Vorarlberg (19) und Wien (144).
 

Lockerung in Österreich weiter ohne negative Auswirkung 

 
Neben dem Beginn von Lockerungen in der Coronakrise in vielen Ländern Europas hat sich das sukzessive Aufheben der Beschränkungen in Österreich auch am Montag nicht negativ in den Fallzahlen bemerkbar gemacht. Nur noch 1.111 Menschen waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums mit Stand 9.30 Uhr landesweit aktiv am Coronavirus erkrankt, bisher sind 620 Personen an oder mit Covid-19 verstorben.
 
Die nächste Lockerungsstufe in Österreich ist für kommenden Freitag (15. Mai) vorgesehen. Darunter fällt die Öffnung der Gastronomie. Im dazu am Montag von der Regierung präsentierten Wirtshaus-Paket sind Steuererleichterungen von 500 Millionen Euro vorgesehen. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) gab sich über die Entwicklung erfreut. Sie führe dazu, dass "wir Ende dieser Woche die Gastronomie wieder hochfahren können. Sie ist Teil der österreichischen Seele, der österreichischen Identität, sie macht unser Land aus."
 
Eine am Montag in Kraft gesetzte Lockerung betrifft die heimischen Gefängnisse, Besuche sind da nun wieder erlaubt. Einen enormen Andrang hatte dabei die Justizanstalt (JA) Josefstadt zu bewältigen, wo sich bereits um 6.00 Uhr in der Früh Menschenschlangen vor dem Eingangsbereich bildeten. Die Angehörigen, die ihre inhaftierten Verwandten sehen wollten, nachdem das wochenlang nicht möglich gewesen war, verhielten sich großteils diszipliniert. Auch beim Security-Check gab es trotz zeitlicher Verzögerungen keine Schwierigkeiten.
 
International beachtet waren Lockerungen von Beschränkungen vor allem in Frankreich und Spanien. In diesen beiden Ländern starben bisher jeweils mehr als 26.000 Menschen mit einer Infektion an oder mit dem Coronavirus. In Frankreich durften die Menschen am Montag erstmals seit acht Wochen ihre Häuser ohne Auflagen verlassen. Auch Geschäfte und viele Schulen öffneten wieder. In Spanien lockerten die ersten Regionen die strikte Ausgangssperre. In Madrid, in Barcelona und in mehreren Provinzen bleibt die Ausgangssperre noch bestehen.
 
Im stark von der Pandemie getroffenen Belgien wurden ebenso Maßnahmen ergriffen, es öffneten die meisten Geschäfte wieder. Restaurants, Bars und Cafés bleiben jedoch geschlossen. In den Niederlanden waren die Volksschulen und Kindergärten teilweise wieder geöffnet. In Estland wiederum durften am Montag Einkaufszentren samt Restaurants und Cafés mit Verzehr an Ort und Stelle unter Auflagen öffnen. Außerhalb Europas dürfen etwa in Kolumbiens Hauptstadt Bogota Frauen und Männer erstmals seit Mitte April wieder gemeinsam außer Haus.
 

Lockerungen in New York ab Freitag

 
Im stark betroffen US-Bundesstaat New York sollen Beschränkungen ab Freitag langsam gelockert werden - allerdings nur in den Regionen, die bestimmte Bedingungen erfüllen. Zu den insgesamt sieben Bedingungen gehören demnach unter anderem sinkende Infektionszahlen, ausreichend freie Krankenhauskapazitäten und genügend Test- und Nachverfolgungskapazitäten. Wenn eine Region dies alles erfüllt, darf sie in einen Öffnungsprozess mit vier Phasen eintreten, der von einem regionalen Gremium überwacht wird.
 
Ein harter Prüfstein für die Lockerungen in Deutschland sind die Infizierten-Zahlen in einem Schlachtbetrieb in Coesfeld in Nordrhein-Westfalen. 249 von rund 1.000 untersuchten Beschäftigten wurden bisher positiv getestet, wobei 278 Test-Ergebnisse noch ausstanden. Die meisten Mitarbeiter des Betriebes stammen aus Osteuropa und sind in Sammelunterkünften untergebracht. Die Reproduktionszahl in Deutschland stieg zuletzt auf 1,13. Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Schnitt zusammen mehr als elf Menschen anstecken.
 

Russland hebt "arbeitsfreie Zeit" auf

In Russland hat Präsident Wladimir Putin die Ende März eingeführte landesweit verordnete arbeitsfreie Zeit trotz der dramatischen Lage im Land für beendet erklärt. Einige Beschränkungen sollen aber weiter bestehen bleiben. In Moskau arbeiten damit von Dienstag an wieder eine halbe Million Menschen. In der Hauptstadt dürfen etwa Baustellen und Industriebetriebe öffnen. Geschäfte bleiben aber geschlossen. Mit einem erneut fünfstelligen Anstieg hat sich die Zahl der jemals in Russland Infizierten am Montag auf 221.344 erhöht.
 
Damit lag das Land am frühen Montagabend bei weltweit laut Johns-Hopkins-Universität rund 4,14 Millionen Fällen an vierter Stelle - hinter den USA (ca. 1,33 Millionen Infizierte), Spanien (224.350) und Großbritannien (224,327). Dort wurde in einem Regierungsdokument u.a. angeordnet, dass in England künftig in U-Bahnen und Bussen Schutzmasken zu tragen seien. Das gelte auch für geschlossene Räume, in denen es nicht möglich ist, genügend Abstand zu halten. Kleine Lockerungen hatte Premierminister Boris Johnson am Sonntag präsentiert.
 
In Italien wurde am Montag eine wichtige Schwelle unterschritten, es gab nur noch 999 Patienten in Intensiv-Krankenhauspflege. In einem 24-Stunden-Fenster wurden landesweit 179 neue Coronavirus-Todesopfer gezählt. Indes hat in Österreichs Nachbarland die Behandlung von Covid-19-Patienten mit Blutplasma positive Resultate gezeigt. Die Sterberate bei 46 damit behandelten Personen sank von 15 auf sechs Prozent, wie ein Test der Poliklinik "San Matteo" in der lombardischen Stadt Pavia ergab.
 
Auf eine Problematik in der Coronavirus-Bekämpfung wiesen die Vereinten Nationen hin, und zwar die nicht optimale Versorgung von HIV-Patienten. Aktuell seien viele Einrichtungen für HIV-Patienten geschlossen. Es wird befürchtet, dass in Afrika dadurch bis 2021 rund 500.000 Menschen zusätzlich an Aids oder damit zusammenhängenden Krankheiten sterben könnten. Nach einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Organisation UNAIDS würde sich damit die Zahl der Opfer im Vergleich zu 2018 verdoppeln.