Wiener AKH Schattenmann

Kapazitäten noch immer zu gering

Ärzte schlagen Alarm: ''Wir brauchen mehr Tests!''

„Testet, testet, testet“, empfiehlt die WHO. Erst 13.724 Coronavirus-Tests wurden bisher in Österreich durchgeführt.

Von 13.724 Tests kamen bisher 2.013 positiv zurück. Österreich liegt mit den Testungen zwar im vorderen Drittel aller Länder. Aber: Südkorea rangiert zum Beispiel deutlich vor uns. In dem asiatischen Land gelang es innerhalb von wenigen Tagen, eine Viertelmillion Untersuchungen durchzuführen. Die 250.000 untersuchten Proben ergaben 8.300 bestätigte Fälle. Intensivere Testreihen hat derzeit nur China. Laut Gesundheitsministerium wird Österreich seine Kapazitäten bei den Tests und beim Einholen der Tests deutlich nach oben schrauben müssen.

Sogenannte „Drive-in-Tests“ in Sicherheitsschleusen mit eigenen Seuchenteppichen vor den Krankenhäusern wie in Südkorea sind aber weder geplant noch durchführbar, hieß es zuletzt bei der Gesundheitsagentur Ages.

Wiener Arzt: "Warum wird jeder D-Promi getestet?"

Massive Vorwürfe. Die Kritik an der geringen Testkapazität wird indes immer lauter. Ein Wiener Arzt, der anonym bleiben will, klagt im Gespräch mit ÖSTERREICH an: „Jeder Bürgermeister oder D-Promi wird getestet, das gesamte Gesundheitspersonal, das an vorderster Front steht, aber nicht.“

Der Arzt erwähnt einen drastischen Fall, der sich in seiner Ordination zugetragen hat: „Ein Patient mit 39,5 Grad Fieber kam in meine Ordination. Er hat keine Luft bekommen, hat gehustet, auch ist er HIV-positiv.“ Der Arzt rief die Rettung. Der Patient wurde zwar abgeholt und unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen ins Kaiser-Franz-Josef-Spital gebracht.

Das Personal in der Ordination erhielt aber keinen Test, auch der Arzt nicht: „Wir mussten, wie alle anderen auch, bei 1450 in die Warteschleife.“ Der Mediziner und seine Angestellten begaben sich darauf in Heimisolation: „Erst 24 Stunden später und nach Dutzenden Anrufen wurde uns mitgeteilt, dass der Patient, der bei uns fast kollabierte, nicht Corona-positiv ist.“

Der Vorschlag des Wiener Arztes ist deshalb: „Vielleicht könnten alle Allgemeinmediziner, die jetzt noch Dienst machen, in die Schnelltestreihe eingebaut werden.“



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