Anschober: Über 100.000 Testungen diese Woche

Rund 13.200 Tests pro Tag

Anschober: Über 100.000 Testungen diese Woche

In einer offiziellen Pressemitteilung erklärt Gesundheitsminister Rudolf Anschober, dass es richtige Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt im Kampf gegen das Coronavirus brauche.

Wien. In den vergangenen 24 Stunden wurden in Österreich 621 Neuinfektionen bei gleichzeitig 268 Neugenesenen und 12.584 Testungen (gesamt bereits 1.444.683 Testungen in Österreich) verzeichnet. Das ist ein Zuwachs von 1,7 Prozent (in den vergangenen Tagen immer zwischen 2 und 2,5 Prozent). Das sind seit Anfang September viel zu hohe Zuwächse für diesen Zeitpunkt, aber kein exponentielles Wachstum. Im Lauf der letzten 7 Tage wurden mehr als 104.000 Testungen durchgeführt, im Tagesdurchschnitt im September 13.200.
 
Damit werden derzeit so viele Testungen wie noch nie zuvor in Österreich durchgeführt, nicht nur von Verdachtsfällen, sondern gezielt auch ohne Symptome in Risikobereichen. Das ist eine von mehreren Ursachen für höhere Infektionszahlen, aber generell ist das Infektionsgeschehen in Österreich für diesen Zeitpunkt deutlich zu hoch. Das zeigt auch der Reproduktionsfaktor, der aktuell bei zu hohen 1,29 liegt (Deutschland: 1,27).
 
Die Hauptursachen sind klar und eindeutig: Viele Infektionen von ReiserückkehrerInnen (z.B. über 1.100 aus Kroatien, rund 600 aus der Türkei), viele regionale Clusterbildungen mit den Schwerpunkten privater Feste und Bars. Und eine gewisse Sorglosigkeit, die sich bei einem kleinen Teil der Bevölkerung über den Sommer breitgemacht hat.
 
Anschober: „Wir haben bereits Ende Juli den MNS im Lebensmittelhandel, in Apotheken, in Banken und im Gesundheitsbereich eingeführt sowie Mitte August wirksame Maßnahmen gegen die Einbringung von Infektionen durch ReiserückkehrerInnen verankert. Seit vergangenem Montag gilt der MNS indoor mit ganz wenigen Ausnahmen. Und wir haben nun auch wirksame Maßnahmen gegen private Feiern und Bars. Diese Maßnahmen werden wirken und ich merke, dass die Bereitschaft der Bevölkerung, wie im Frühjahr, vorbildlich mitzumachen und Verantwortung für die ganze Gesellschaft zu übernehmen, wieder stark steigt. Daher bin ich zuversichtlich. Gleichzeitig brauchen wir mehr Tempo bei einem Teil von Testungen und Kontaktpersonenmanagement durch Personalaufstockungen zur Verstärkung der Gesundheitsbehörden in einigen Ländern.”
 
Anschober verweist darauf, dass Maßnahmen und Verordnungen in der Bundesregierung immer einvernehmlich erarbeitet und beschlossen werden.
 
Wie in Österreich ist in ganz Europa eine deutliche Steigerung der Infektionszahlen zu sehen: etwa bei unserem Nachbarn in Tschechien, das mehr als 2.000 Neuinfektionen und damit einen Zuwachs um 4,4 Prozent meldet. Oder von geringerem Ausgangsniveau aus in Ungarn (plus 5 Prozent), Slowenien (plus 2,7 Prozent), Slowakei (plus 4,6 Prozent). Deutlich besser liegt derzeit Deutschland (plus 0,6 Prozent, aber zuletzt deutliche Steigerungen in Bayern) und Italien (plus 0,6 Prozent).
 
Anschober: „Österreich ist bisher vergleichsweise sehr gut durch die größte Gesundheitskrise, die schwerste Pandemie seit hundert Jahren gekommen. Das können wir so fortsetzen, wenn wir gemeinsam handeln und gemeinsam Verantwortung für unsere Gesellschaft übernehmen. Jeder und jede einzelne ist jetzt wieder Teil der Lösung. Ich bin zuversichtlich, weil ich merke, dass die Grundstimmung des Frühlings - der Übernahme der Verantwortung und der Solidarität in unserer Gesellschaft - wieder zurückkehrt.”

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