Über 5.000 Neuinfektionen in einer Woche

Corona: Schon 4 Mal so viele Fälle wie 2020

Corona-Test
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Aktuelle Corona-Situation ist vier Mal heftiger als im Sommer 2020.
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Wien. Rudi Anschober, der ehemalige Gesundheitsminister der Grünen, ahnt Böses: „Im letzten Jahr erreichten wir die 1.000 Neuinfektionen pro Tag erst Anfang Oktober“, warnt er – unter anderem – seinen Nachfolger Wolfgang Mückstein.

Der sagt offen: „Die Delta-Variante sorgt für den Anstieg bei den Infektionen. Noch ist die Lage in den Spitälern nicht besorgniserregend.“

Vierte Welle hat begonnen

ÖSTERREICH zeigt die aktuellen Corona-Zahlen, die vor allem ein Bild zeichnen: Die vierte Welle rollt bereits an. In den letzten 24 Stunden gab es 951 Neuinfektionen. Aktuell sind 221 Patienten wegen Corona im Spital (50 % mehr als vor einer Woche). 51 auf der Intensivstation. Vor einem Jahr lagen dort nur halb so viele Patienten (25). Die 7-Tage-Inzidenz ist mittlerweile bei knapp 60, im vergangenen Sommer lag sie knapp unter 15.

Tourismusgebiete im Land stärker betroffen

Positive Tests. In Salzburg, Tirol und Wien liegen die Inzidenzwerte bereits jenseits der 70. In den Tourismusregionen schlagen immer mehr Corona-Tests positiv an, in Vorarlberg (15,9 Prozent), in Kärnten (12,1) und in Oberösterreich (8,6). Gesundheitsminister und Experten wie Herwig Ostermann (siehe unten) rufen jetzt zur Impfung auf, um die Pandemie zu bremsen. Aber: Nur 24.343 Impfungen wurden am Freitag gesetzt, vor einer Woche waren es noch 41.674 Impfungen. Der Epidemiologe Gerald Gartlehner warnt: „Die vierte Welle trifft vor allem die Ungeimpften.“ In Österreich sind knapp fünf Millionen bereits vollimmunisiert.

Chef der Gesundheit Österreich betrachtet Modellrechnungen mit Sorge:

ÖSTERREICH: Aktuell haben wir 1.000 Corona-Neuinfektionen täglich. Wer steckt sich in diesem Sommer mit Corona an?

Herwig Ostermann: Die Pandemie findet größtenteils in der ungeimpften Bevölkerung statt, bei den Jungen. Für Geimpfte gibt es einen doppelten Bonus: Sie stecken sich viel seltener an – und falls doch, ­haben sie fast nie einen schweren Krankheitsverlauf. Die Impfung dämpft die Pandemie enorm.

ÖSTERREICH: Ab wann sind die Neuinfektionen gefährlich für die Spitäler?

Ostermann: Etwa ab 10.000 Neuinfektionen täglich, wenn sich weiterhin vor allem Junge anstecken. Würden sich auch mehr Ältere infizieren, wäre schon 3.500 ein kritischer Wert. Das über mehrere Wochen brächte unser Gesundheitssystem an seine Grenzen, Behandlungen müssten verschoben werden, und das Virus nähme wieder fast alle Kapazitäten in Anspruch.

ÖSTERREICH: Wo stehen wir im Sommer 2021 im Vergleich zum Sommer 2020?

Ostermann: Wir haben es jetzt mit neuen Varianten zu tun. Die Delta-Variante ist doppelt so ansteckend wie der Virustyp vor einem Jahr. Das Virus breitet sich dynamisch aus, das sehen wir in allen Ländern Europas, niemand ist davor gefeit. Am wichtigsten ist jetzt die Impfung.

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