Streit um infizierte Lehrer und Schüler

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Streit um infizierte Lehrer und Schüler

Im September geht es zurück in die Klassen – um die Details herrscht Aufregung. 

Österreich. In weniger als einem Monat beginnt – zumindest im Osten des Landes – die Schule wieder. Schon jetzt wird die Ferien-Laune allerdings von Sorgen getrübt: Allen voran Lehrervertreter und Eltern beklagen die fehlenden Corona-Schul-Regeln.
Regeln. Diese will Bildungsminister Martin Polaschek erst am 29. August präsentieren – zu spät, wie viele meinen. Die größte Aufregung herrscht allerdings um die Lehrer: Polaschek erklärte zuletzt, an den Verkehrsbeschränkungen für sie festhalten zu wollen. Damit dürften symptomlose Corona-infizierte Lehrer mit FFP2-Maske wie gewohnt unterrichten. Damit will Polaschek die einheitlichen Regeln für Arbeitgeber aus dem Gesundheits-Ressort übernehmen.

Neuer Sonderweg für Wien und Burgenland

Roter Pfad. Dabei machen ihm die SPÖ-geführten Bundesländer einen Strich durch die Rechnung: Wien und das Burgenland gehen beide einen Sonderweg: Sie werden Corona-infiziertes Lehrpersonal nicht unterrichten lassen. Auch Corona-positive Schüler sollen zu Hause bleiben.
Länderweg. Da die Bundeskompetenz aber höher hängt, gilt dies nur für die Pädagogen an Landesschulen - dort liegt die Zuständigkeit ausschließlich bei den Länderchefs. Der Wiener Bildungsdirektor Heinrich Himmer will „den Weg der Sicherheit“ weitergehen. Auch bundesweit „wäre das wünschenswert“, erklärt er ÖSTERREICH. „Unsere Landeslehrer bleiben mit Corona zu Hause“, bekräftigte auch Burgenlands Bildungs­direktor Heinz-Josef Zitz gegenüber ÖSTERREICH.

Sorge vor Verordnung, Experte alarmiert

Zögern. Im SPÖ-regierten Kärnten zeigt man sich ebenfalls skeptisch gegenüber den Schul-Plänen. Trotzdem will man vor ­einem eigenen Weg die neuen Regeln abwarten.
Sorge. Hinter den Kulissen hoffen die Länder auf keine bösen Überraschungen: „Ich weiß nicht, wie wir zusätzliche Maßnahmen umsetzen sollen, falls welche kommen“, so ein führender Landes-Beamter aus dem Westen.
Alarm. Mikrobiologe Michael Wagner ist alarmiert: Er erwartet, dass die Schulen wieder „wesentlich“ zum Infektionsgeschehen beitragen werden – und fordert PCR-Tests und Lüftungen.