Landeshauptleute dafür, Hacker dagegen

Streit um Lockerungen in Handel und Gastro

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 Wiens Gesundheitsstadtrat Hacker gegen weitere Lockerung, Salzburgs Landeshauptmann Haslauer für 3G.

Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) hat am Donnerstag die Entscheidung des Bundes in Sachen Coronamaßnahmen - also die Aufhebung des Lockdowns für Ungeimpfte und die Beibehaltung der Einschränkungen in Handel, der Gastronomie oder bei Veranstaltungen - begrüßt. Vorarlbergs Landeschef Markus Wallner (ÖVP) forderte hingegen ein rasches Ende von 2G, Salzburgs LH Wilfried Haslauer (ÖVP) sprach sich für 3G im Handel aus. Beide verlangen eine spätere Sperrstunde.

Hacker: "2G sinnvoll"

"Ich unterstütze diese Entscheidung", sagte Hacker im Gespräch mit Journalisten zum Vorgehen der Regierung. Wenn man keinen neuerlichen Lockdown in genannten Bereichen wolle, dann seien Schutzmaßnahmen wie 2G sinnvoll, sagte der Stadtrat. Diese würden eine zu hohe Infektionsrate verhindern, die wiederum zu Schließungen führen könnte. Darum halte er die Entscheidung der Bundesregierung für "sehr nachvollziehbar".

Haslauer für 3G 

Anderer Ansicht waren Wallner und Haslauer: Die These, wonach Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus einen milderen Verlauf nähmen, erhärte sich täglich. Deshalb gelte es der Bevölkerung und der Wirtschaft eine Perspektive zu geben, sagte Wallner als aktueller Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz der APA. Er nannte drei Maßnahmen, die in der noch andauernden Pandemie fortgesetzt werden müssten: die Maskenpflicht, die Impfpflicht und auch die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Damit finde man seiner Meinung nach aber das Auslangen, "der Rest ist zügig zu beseitigen". Setze sich der aktuelle Trend fort, sei 2G zum ehestmöglichen Zeitpunkt abzuschaffen, so Wallner. Für den Handel sei jeder Tag mit 2G ein "verlorener Tag".

Laut Haslauer sollten Handel und körpernahe Dienstleister für Ungeimpfte wieder zugänglich sein, wenn sie ein aktuelles negatives Testergebnis vorweisen können - also 3G, sagte der Regierungschef bei einem Pressegespräch. "Beide Gruppen (Geimpfte wie Ungeimpfte, Anm.) können sich infizieren, beide Gruppen sind auch infektiös. Und beide belegen die Normalstationen in den Spitälern. Ich halte daher die Beschränkungen für Ungeimpfte politisch nicht mehr für gerechtfertigt", so der Landeshauptmann. 

Wallner: "Sperrstunde ist Unsinn"

Was die Sperrstunde betreffe, so stelle diese mit 22.00 Uhr für die Gastronomie - nicht zuletzt auch im Wintertourismus - ein "Riesenproblem" dar. Da es sich in der Stunde bis 23.00 Uhr ja im Grunde um dieselben Gäste handeln würde, könne man die Zurückverlegung schon jetzt verantworten. Noch schärfer formulierte Wallner: "Die Sperrstundenregelung ist Unsinn." Diese sollte in seinen Augen sofort abgeschafft werden, "am besten noch heute".

Hoher Infektionszahlen wegen Nachmeldungen

Die aktuell hohen Infektionszahlen in Wien begründete Hacker mit Nachmeldungen. Er berichtete von einer Gesprächsrunde zwischen den Landesgesundheitsreferenten und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Mittwoch. Dort sei mitgeteilt worden, dass der Programmierfehler im Epidemiologischen Meldesystem (EMS) gesucht worden und gefunden sei.

Nun seien die Fälle nachgemeldet worden. Das erkläre auch den heutigen Spitzenwert (mehr als 14.000, Anm.) an Neuinfektionen in Wien, erläuterte Hacker. Dabei seien nämlich 6.000 Nachmeldungen aus den vergangenen Tagen berücksichtigt. Hacker hatte zuletzt in einem Brief an Mückstein den mehrtägigem Daten-Stillstand und die seiner Ansicht nach zu lange dauernde Bereinigung der Daten beklagt.

Video zum Thema: Streit um Lockerungen in Handel & Gastro

 
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