Trotz Spring-Break-Wahnsinn: Florida als Corona-Wunder

Strategie oder Glück?

Trotz Spring-Break-Wahnsinn: Florida als Corona-Wunder

Der US-Bundesstaat meistert die Corona-Krise erstaunlich gut. Das sind die Gründe dafür.

Die Bilder gingen Mitte März um die Welt. Inmitten der sich bereits voll abzeichnenden Corona-Krise feierten Tausende Studenten an Miamis Stränden. Der Spring-Break-Wahnsinn ließ das Schlimmste befürchten, dennoch kam der Bundesstaat bisher recht glimpflich davon. Steckt dahinter eine erfolgreiche Politik oder war es nur Glück?
 
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Trotz Spring-Break-Wahnsinn: Florida als Corona-Wunder
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Bisher rund 36.000 Fälle

Die Johns Hopkinks University zählt in Florida derzeit rund 36.000 Corona-Fälle und 14.00 Todesfälle. Damit liegt der Bundesstaat in der US-internen Rangliste auf dem 8. Platz – verglichen mit New York oder New Jersey sind die Zahlen aber äußerst gering. 
Experten führen die geringen zahlen darauf zurück, dass erste Fälle relativ spät auftraten. “In der frühen, exponentiell wachsenden Phase einer Epidemie ist der Beginn einer Intervention eine Woche früher absolut entscheidend“, so Thomas Hladish von der University of Florida. Der Bundesstaat profitierte davon, dass die Epidemie zuerst in New York auftrat und sich erst dann weiter in den USA verbreitete.
 

Geografische Lage

Eine Analyse von Handydaten zeigt zudem, dass die Bürger Floridas selbstständig auf die Gefahr reagiert haben. Trotz fehlender Verbote ging die Mobilität im März um bis zu 80 Prozent zurück. Florida profitiert aber auch von seiner geografischen Lage. Abgesehen von der Metropolregion Miami ist der Bundesstaat weniger dicht besiedelt als die Corona-Hotspots im Nordosten der USA. Dazu kommt der schwach ausgebaute öffentliche Verkehr, wodurch die Menschen vorwiegend mit dem Auto reisen.
 
Dennoch ist die Gefahr nicht vorbei. "Florida war und ist immer noch stark gefährdet“, erklärt Marissa Levine im „Wall Street Journal“. Die Gefahr einer zweiten Welle sei absolut real.


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