Schützende Impfung vor Südamerika-Reise

Wiener Arzt mahnt alle Politiker:

''Niemand kann garantieren, dass eine Impfung kommt''

"Im Dezember" oder "Anfang 2021": Das hören auch wir Österreicher, wenn Politiker von einem Coronavirus-Impfstoff sprechen. Der Arzt Dr. Marcus Franz warnt aber: "Es gibt keine Garantie dafür."

"Alle Welt scheint davon auszugehen, dass wir in 12 bis 18 Monaten über eine Impfung gegen das Corona-Virus verfügen werden. Diese Ansagen zur Impfung sind vermessen, sachlich falsch und daher zu korrigieren. Die wissenschaftlich seriöse Entwicklung eines Impfstoffes dauert im Schnitt 8 bis 10 (!) Jahre. Und niemand kann garantieren, dass es überhaupt jemals eine Impfung gegen Corona geben wird", schreibt Dr. Marcus Franz, Facharzt für Innere Medizin und bekannt durch zahreiche Studio-Gespräche bei oe24.TV, in einem Beitrag im Blog des Journalisten Christian Ortner (ortneronline.at).

"Seit 40 Jahren auch keine Impfung gegen HIV-Viren"

Und Dr. Marcus Franz erinnert in seinem Blog-Beitrag an die lange Zeit extrem gefürchtete Infektionskrankheit Aids: "Es gibt bekannte Virus-Infektionen, gegen die bis heute kein Impfstoff gefunden wurde, zum Beispiel gegen HIV – obwohl seit bald 40 Jahren daran geforscht wird."

Und selbst wenn dann nach Monaten oder vielleicht erst Jahren ein Impfstoff entwickelt wäre, sei die "Impfung nicht die Rettung der Welt", warnt Dr. Marcus Franz: "Der Impfstoff muss ja zunächst in großen Mengen produziert werden, Millionen, ja Milliarden Menschen müssten geimpft werden, und es muss der Erfolg abgewartet werden. Wie man die Weltbevölkerung in kurzer Zeit ohne massiven Zwang dazu bringen möchte, sich gegen das neue Virus diese Vakzine verabreichen zu lassen, sei dahingestellt."

Der durch seine kritischen und pointierten Äußerungen bereits österreichweit bekannte Arzt wundert sich auch in seinem Blog-Beitrag darüber, "was jetzt politisch alles möglich ist": "Die Politik ist plötzlich mittels der sattsam bekannten Argumente, in der immer von der Verhinderung von Zehntausenden Toten die Rede ist, in der bequemen Lage, problemlos via Ausgangssperren und Lockdowns massiv ins freie gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben der Bürger einzugreifen und kaum jemand ist deswegen irritiert."

RS



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