Leere in Impfstraßen
Wir impfen so wenig wie nie
Wien. Seit knapp drei Wochen geht beim Impfen kaum noch etwas weiter. Österreich ist weiterhin klares Schlusslicht der westlichen EU-Staaten:
Nur knapp 58 Prozent sind vollständig geimpft. 61 Prozent – vor drei Wochen waren es 60 Prozent – sind zumindest ein Mal geimpft. Im Schnitt wurde vergangene Woche nur eine Impfung pro 100 Einwohnern gesetzt, bei den Erstimpfungen sind es sogar nur 0,5. An Sonntag waren es überhaupt nur knapp 1.000 Erststiche. In der ganzen Vorwoche wurden insgesamt nur 91.278 Impfungen durchgeführt, der niedrigste Wert seit Ende Jänner, als es noch kaum Impfstoff gab.
Zum Vergleich: In Portugal sind bereits 74 Prozent vollständig geimpft. 84 Prozent haben zumindest eine Impfung. Damit dürfte der Staat die von Experten geforderte 85-Prozent-Impfquote in Kürze erreichen. Dänemark erreicht immerhin 76 Prozent.
Keine Impfkampagne während des Sommers
Urlaub. Laut Ö1 wurde die Impfkampagne (Informationsoffensive des Bundeskanzleramts) im Sommer komplett ausgesetzt (siehe unten).
Hier hofft man nun, dass Urlaubsrückkehrer sich aufgrund der steigenden Zahlen doch impfen lassen würden. In mehreren Bundesländern zeigt man sich besorgt, dass vor Schulstart noch drei Millionen Menschen ungeimpft sind.
Auffrischungsimpfung startet nur zögerlich
Vorreiter. Virologin Dorothee von Laer und Infektiologe Richard Greil warnen, dass man angesichts dieser Impfquote aufgrund der 4. Welle mit Delta mehr Maßnahmen brauche und die Auffrischungsimpfung für Ältere und Immungeschwächte umgehend beginnen sollte. Doch auch das läuft zögerlich. Einzig Niederösterreich startet bereits am Mittwoch mit dem dritten Stich in Pflegeheimen und Spitälern (für immungeschwächte Patienten).
Eine einheitliche Linie – die Empfehlung vom nationalen Impfgremium, sechs Monate nach dem Zweitstich zu impfen, kam am 17. August – dürfte ebenfalls fehlen. In den kommenden Wochen soll es zumindest mehr Aufklärungskampagnen geben.
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