Zuckerberg soll bei Facebook entmachtet werden

Forderung von US-Staatsfonds

Zuckerberg soll bei Facebook entmachtet werden

Nach dem Datenskandal rund um Cambridge Analytica und der jüngsten Hacker-Attacke mit 30 Millionen betroffenen Usern haben nun vier staatliche Investmentfonds in den USA die Abberufung von Mark Zuckerberg als Aufsichtsratschef von Facebook verlangt. Die Chefs der Investmentfonds der Bundesstaaten Illinois, New York, Pennsylvania und Rhode Island erklärten am Mittwoch, durch die Einsetzung eines unabhängigen Aufsichtsratschefs könne die Unternehmensführung und Transparenz bei Facebook verbessert werden.

Wegen der "übergroßen Rolle" von Facebook in der US-Gesellschaft und -Wirtschaft müssten "Unabhängigkeit und Rechenschaftspflicht" im Aufsichtsrat hergestellt werden, forderte der oberste Rechnungsprüfer des Staates New York, Scott Stringer. Er ist für den dortigen Staatsfonds verantwortlich.

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Netzwerk reagierte nicht

Von Facebook lag zunächst keine Stellungnahme zum Vorschlag der Staatsfonds vor. Der Unternehmensgründer Zuckerberg vereint die Funktionen des Vorstandsvorsitzenden - also obersten Managers - und Aufsichtsratschefs in sich. Obwohl er nur eine Minderheit der Aktien hält, besitzt er aufgrund einer Regelung zu unterschiedlichen Anteilsgattungen die Mehrheit der Stimmen unter den Aktionären.

Mit ihrer Forderung machten sich die staatlichen Großinvestoren eine Empfehlung von Trillium Asset Management zu eigen. Die auf Investitionsmanagement spezialisierte Firma hatte im Juni die Installierung eines unabhängigen Oberaufsehers als Konsequenz aus den diversen Skandalen rund um das weltweit größte Onlinenetzwerk vorgeschlagen.

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Mega-Krise seit Datenskandal

Facebook durchlebt seit dem Frühjahr die bisher schwerste Krise seiner 14-jährigen Unternehmensgeschichte. Damals war ans Licht gekommen, dass die Daten von rund 87 Millionen Nutzern bei der britischen Firma Cambridge Analytica gelandet und von ihr unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump benutzt worden waren.

Der Ruf des Konzerns hat auch infolge des Missbrauchs seiner Plattformen durch mutmaßliche russische Akteure im US-Wahlkampf 2016 gelitten. Ende September teilte Facebook dann auch noch mit, dass das Onlinenetzwerk zur Zielscheibe einer großangelegten Hackerattacke geworden sei. Nach den jüngsten Angaben des Konzerns erlangten die Täter dabei Zugriff auf die Daten von 29 Millionen Nutzern.

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